Nachrichten Mai 2011


POLITIK: 65 Jahre PvdA

Zwolle. CK/VK/TR. 02. Mai 2011.

Eigentlich wurde die Partij van de Arbeid (PvdA) bereits am 9. Februar 1946 gegründet, aber welcher Tag eignet sich besser zur Feier eines solchen sozialdemokratischen Jubiläums, als der internationale Tag der Arbeit. So verwundert es kaum, dass gestern Nachmittag viel Parteiprominenz – darunter Ex-Ministerpräsident Wim Kok – im niederländischen Zwolle zusammen kam, um das 65-jährige Bestehen der Partei zu feiern. 1946 hatte sich die traditionsreiche Sociaal-Democratische Arbeiderspartij (SDAP) mit dem linksliberalen Vrijzinnige Democratische Bond (VDB) und der Christelijk-Democratische Unie (CDU) mit dem Ziel zusammengeschlossen, eine neue große linke Volkspartei aufzubauen. Mit rund 55.000 Mitgliedern zählt die PvdA nach dem CDA heute zu den größten Parteien des Landes.

Viel Grund zum Feiern hat die Oppositionspartei zurzeit jedoch nicht. Neuesten Umfragewerten zu Folge würde sie aktuell nur 22 Sitze in der Zweiten Kammer erlangen – acht weniger, als die Partei derzeit im Parlament inne hat. Darüber hinaus spaltete die aktuelle Diskussion um ein rituelles Schlachtverbot (NiederlandeNet berichtete) die Partei: Während sich die Parlamentsfraktion für ein generelles Verbot des Schlachtens ohne Betäubung ausspricht, regt sich in der Parteibasis, der auch viele Juden und Muslime angehören, Widerstand dagegen.

Die Notwendigkeit eines generellen Umdenkens innerhalb der Partei oder einer neuen Strategie sieht man jedoch nicht. Ziel müsse es vielmehr seien, weiterhin als breit aufgestellte und auch international orientierte Volkspartei zu agieren. Dennoch gibt sich Job Cohen, Spitzenmann der PvdA, durchaus kritisch: „Wir haben uns zu lange mit einer Wirklichkeit und Idealen beschäftigt, die für einen Teil unserer Basis nur wenig mit deren Alltagsleben zu tun hatten. Und längst nicht immer stimmen unsere Taten mit unseren Idealen überein.“

Cohen nutzte die Veranstaltung als Plattform, um vor den Einsparungen der Regierung und einem daraus resultierenden „Kahlschlag in der Gesellschaft“ zu warnen. Im „Rutteland“ würden die Menschen ihrem Schicksal überlassen werden. Die PvdA würde sich als Oppositionspartei weiterhin dagegen widersetzen.