Nachrichten März 2011


MILITÄR: Festgehaltene Soldaten wieder frei

Athen/Den Haag. TM/NRC/TR/VK. 11. März 2011.

Die in der vergangenen Woche beim Versuch einer Evakuierung vom libyschen Gaddafi-Regime festgehaltenen drei niederländischen Soldaten sind heute Morgen freigelassen worden und befinden sich aktuell wieder in Europa. Sie wurden insgesamt zwölf Tage gefangen gehalten, da es für die Evakuierungsmission keine diplomatische Erlaubnis gegeben hatte (NiederlandeNet berichtete). Wie heute Morgen auf einer Pressekonferenz berichtet wurde, unterziehen sich die beiden Männer und eine Frau nun zunächst einem „debriefing“ – einer Maßnahme zur Stressbewältigung durch das Verteidigungsministerium, wobei sie in den kommenden Tagen durch einen Arzt und einen Psychologen begleitet werden sollen.

Die Freilassung der drei niederländischen Spezialsoldaten konnte nach erfolgreichen Verhandlungen erreicht werden, welche der Spitzendiplomat Ed Kronenburg in Libyen getätigt hatte. Wie der niederländische Verteidigungsminister Hans Hillen mitteilte, seien hierbei allerdings keinerlei Zusagen an Libyen gemacht worden. „Es war ein launenhafter Klub, mit dem wir verhandelt haben. Erst war es Hoch- und dann wieder Niedrigwasser. […] Donnerstag ging es dann auf einmal besser“, so der Minister, der sich am heutigen Morgen gemeinsam mit dem Streitkräfte-Kommandant Peter van Uhm auf einer Pressekonferenz den Fragen der Medienvertreter stellte. Wie weiter bekannt wurde, haben die drei Soldaten ihre Gefangenschaft gut überstanden und befinden sich aktuell in guter Gesundheit. Ausgeflogen aus der libyschen Hauptstadt Tripolis wurden die Militärs durch eine griechische Militärmaschine, die heute Nacht in Athen gelandet war. Mit an Bord waren auch der griechische Verteidigungsstaatssekretär Dimitris Dollis und mehrere griechische Staatsbürger, die aus Libyen in Sicherheit gebracht wurden.

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte zeigte sich nach Bekanntwerden der Freilassung sehr erleichtert: „Es fällt ein ungeheurer Stein vom Herzen!“ Wie der Premier auf dem EU-Treffen zum Thema Libyen nochmals bestätigte, seien für die Befreiung der drei niederländischen Soldaten kein Geld geflossen und auch keine Zugeständnisse gemacht worden. Ferner sprach Rutte seinen Dank an die internationale Gemeinschaft und dabei speziell an Malta und Griechenland für ihre Hilfe bei der Außerlandschaffung der Militärs aus.

Wie zuvor bekannt wurde, wurde es auch den beiden Personen, welche durch die drei Soldaten befreit werden sollten – ein Niederländer und ein weiterer Europäer – gestattet, Libyen zu verlassen. Einzig und allein der für den Einsatz verwendete Helikopter der königlich niederländischen Marine wird wohl in Libyen bleiben. Wie der Gaddafi-Sohn Saif al-Islam am Donnerstag mitteilte, werde er den Hubschrauber einbehalten.