Nachrichten März 2011


DIPLOMATIE: Drei niederländische Soldaten in Libyen gefangen genommen

Den Haag. AKS/TR/VK. 03. März 2011.

Drei niederländische Soldaten werden nach einer missglückten Evakuierungsmission von der libyschen Regierung festgehalten. Dies erklärte das niederländische Verteidigungsministerium am heutigen Donnerstag. Damit wird ein zuvor veröffentlichter Bericht der niederländischen Zeitung De Telegraaf bestätigt.

Gefangen genommen wurden die Soldaten bereits am vergangenen Sonntag, als ein Helikopter zwei Personen aus der libyschen Stadt Sirte evakuieren sollte. Bei den zu evakuierenden Personen handelt es sich dem Telegraaf zufolge um einen Niederländer und einen nicht näher bestimmten Europäer. Nachdem der Helikopter in Sirte gelandet war, wurde die Flugmannschaft von Anhängern des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi festgenommen. Aus Sicherheitsgründen sei die Festnahme der Soldaten jedoch bisher nicht öffentlich gemacht worden. Der Helikopter war von der Marinefregatte Hr. Ms. Tromp aus gestartet.

Die niederländischen Soldaten werden festgehalten, da es für die Evakuierungsmission keine diplomatische Erlaubnis gegeben hat. Die militärische Gewerkschaft AFMP/FNV (dt. Allgemeiner Verband des militärischen Personals/Verband niederländischer Gewerkschaften) drückte Besorgnis über das Schicksal der drei Soldaten aus. Da die Niederlande sich nicht im Krieg mit Libyen befinden, sei die Befreiungsaktion eine Verletzung der Souveränität gewesen. Wim van den Berg, Sprecher der AFMP/FNV, nannte die libysche Regierung unberechenbar. Dennoch sei die Reaktion Libyens durchaus verständlich, so Van den Berg gegenüber der niederländischen Presse: „Ein Land darf nicht einfach so mit einem Militärfahrzeug in ein anderes Land fliegen. Wir würden es auch nicht hinnehmen, wenn ein nicht NATO-Land dies mit den Niederlanden täte.“

Die beiden Personen, die evakuiert werden sollten, sind inzwischen der niederländischen Botschaft in Libyen überstellt worden und haben mittlerweile das Land verlassen. Über die Freilassung der drei Soldaten werde im Moment intensiv beraten, erklärte ein Sprecher des niederländischen Verteidigungsministeriums. Ein Kontakt zu den Soldaten sei aber bereits zu Stande gekommen und die drei werden gut behandelt, so die Aussage des niederländischen Wortführers. Wie unlängst aber berichtet wurde, wollte Verteidigungsminister Hans Hillen auf die Frage der niederländischen Nachrichtenagentur ANP hin, ob die Soldaten als Geiseln gesehen werden müssen, jedoch nicht antworten: „Sie sind in den Händen der libyschen Regierung“, war seine einzige Aussage. Auch der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat sich nunmehr zu dem Vorfall in Libyen geäußert: „Es ist schrecklich für die Mannschaft des Helikopters“, sagte er gegenüber dem Radiosender Radio 1 und versicherte, dass die Regierung alles tue, um die Soldaten zu befreien.