Nachrichten Januar 2011


GEDENKEN: Supermarktvater Albert Heijn verstorben

Amsterdam. AKS/TR/VK. 14. Januar 2010.

Albert Heijn, der von 1962 bis 1989 Vorsitzender des wohl bekanntesten Supermarktunternehmens der Niederlande war und als Vater des niederländischen Supermarkts bezeichnet wird, ist gestern im Alter von 83 Jahren verstorben. Dies bestätigte heute ein Sprecher des Ahold-Konzerns, dem größten Handels- und Lebensmittelkonzerns der Niederlande, in dessen Besitz sich die Supermarktkette Albert Heijn befindet. Unter der Führung des 1927 in Zaandam geborenen Albert Heijn entwickelte sich der Supermarkt zu einem der erfolgreichsten Unternehmen weltweit.

Begonnen hatte der Erfolg der Supermarktkette schon unter der Leitung von Heijns gleichnamigem Großvater, der das Unternehmen 1887 gründete. War der Laden zunächst ein kleines Familienunternehmen gewesen, expandierte das Unternehmen in den folgenden Jahrzehnten enorm. Die Leitung der damals schon 215 Läden übernahm Albert Heijn jr. zusammen mit seinem Bruder Gerrit-Jan im Jahr 1962. Albert Heijn, der in seiner Jugend schwer an Kinderlähmung gelitten hatte, entpuppte sich als wahres Führungsgenie. Er galt als charismatischer Leiter mit einer warmen Ausstrahlung, der stolz auf seine Herkunft und seinen Beruf als Lebensmittelhändler war; Kunden und Mitarbeiter standen bei ihm immer an erster Stelle. Heijn trug als Vorsitzender des Vorstands nicht nur zum Erfolg des Unternehmens bei, sondern revolutionierte das Prinzip des Einkaufens. Er gehörte zu den Mitentwicklern des Barcodes und machte die Selbstbedienung in Supermärkten – die zu damaliger Zeit als revolutionär galt und zahlreichen anderen Betrieben und Unternehmen als neues innovatives Einkaufsmodel diente – salonfähig.

Getrübt wurde die Erfolgsgeschichte des Familienunternehmens jedoch durch die Entführung von Albert Heijns Bruder Gerrit-Jan im Jahr 1987. Obwohl die Familie die Bedingungen des Geiselnehmers erfüllte, wurde 1989 die Ermordung seines Bruders bekanntgegeben. Albert Heijn trat noch im selben Jahr, am 1. September 1989, von seinem Posten als Vorstandsvorsitzender zurück.

In den darauffolgenden Jahren litt Heijn zunehmend an den Folgen seiner langjährigen Erkrankung. Das Post-Polio-Syndrom ist eine Folgeerscheinung der Kinderlähmung und tritt mehrere Jahrzehnte nach der Infektion auf. Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Atembeschwerden und teilweises Muskelversagen machten ihm zu schaffen. Heijn verstarb im Schlaf am Donnerstag in seinem Haus in Pudleston Court in seiner Wahlheimat England. Schon vor zehn Jahren hatte er jedoch festgelegt, was auf seinem Grabstein geschrieben stehen sollte. In Anlehnung an den englischen Ausdruck „We´re getting there“ (dt. „Wir schaffen das“) soll auf seinem Grabstein stehen: „I got there“ (dt. „Ich habe es geschafft“).