Nachrichten Januar 2011


TERRORISMUS:

Niederländische Muslime wollen Kopten schützen Nach dem Anschlag auf eine koptische Kirche in Ägypten mit 25 Toten ist auch in Europa die Gefahr eines möglichen islamistischen Terroranschlags auf Einrichtungen der christlich-orthodoxen Gemeinschaft gestiegen. Im Internet werden auch drei koptische Kirchen in den Niederlanden mit Sitz in Eindhoven, Utrecht und Amsterdam als potentielle Anschlagziele genannt. Insgesamt verfügt die christliche Minderheit in den Niederlanden über rund 6.000 Mitglieder und sieben Kirchen. Erhöhte Wachsamkeit gilt insbesondere für das morgen beginnende Weihnachtsfest der orthodoxen Kirche, für das die Schutzmaßnahmen im Nachbarland bereits erhöht worden sind.

Ein besonderes Zeichen der Solidarität kam von Seiten der niederländischen Muslime. In einem gemeinsamen Schreiben bieten die drei großen muslimischen Organisationen des Landes  –  der  Nederlandse Moslim Raad, der Raad Marokkaanse Moskeeën Nederland und die Federatie Islamitische Organisaties – den niederländischen Kopten an, deren Kirchen „gegen die Bedrohung von al-Qaida zu bewachen“. Zugleich riefen sie alle Muslime auf, die Drohungen der Islamisten zu verurteilen: „Gerade wir müssen dies tun, da al-Qaida vorgibt im Namen des Islam zu handeln. Christliche Kopten, wir und alle Niederländer haben genau dieselben Feinde: die Terroristen. Höchste Zeit dies laut deutlich zu machen. Bei dem Gedanken, dass christliche Kopten hier in den Niederlanden angegriffen werden, können wir nicht mehr schlafen.“ Der Pastor der koptischen Kirche in Amsterdam reagierte „sehr glücklich“ auf das Angebot und gab an, den Vorschlag „ernsthaft in Erwägung“ zu ziehen.