Nachrichten Januar 2011


AKTION: „Hart voor Natuur“ lockt Menschen in den Wald

Den Haag. AKS/haartvoornatuur.nu/TR/VK. 04. Januar 2011.

Zahlreiche Naturschauplätze öffneten am Sonntag in den Niederlanden im Rahmen der Aktion „Hart voor Natuur“ (dt. Ein Herz für Natur) ihre Pforten. Die Aktion, die von mehr als zwanzig Natur- und Umweltorganisationen geplant worden war, richtet sich gegen die Einsparungen der Regierung im Natursektor: Das Minderheitskabinett Rutte, bestehend aus VVD und CDA, will mehr als 40 Prozent der Kosten im Umweltbereich einsparen, was einen Verlust von jährlich beinahe 300 Millionen Euro bedeuten würde. „Hart voor Natuur“ will gegen diese Einsparungen vorgehen und rief daher alle Naturliebhaber am Sonntag dazu auf, im Rahmen eines Aktionstages ein Zeichen zu setzen.

Laut der Informationsbroschüre der Organisatoren haben die harten Einsparungen der Regierung negative Folgen für Mensch und Tier. So befürchten die Organisatoren, dass durch die Einsparungen die Natur langweiliger wird, es weniger Grün in den Städten geben wird, die Rad- und Fußwege in den Wäldern und über Land erheblich schlechter werden und schlussendlich auch weniger Pflanzen- und Tiersorten in den Niederlanden vorkommen werden. „Die viele Arbeit von jahrzehntelangem Ankauf und Pflege von Gebieten wird so zunichte gemacht“, heißt es in der Informationsbroschüre von „Hart voor Natuur“.

Und in der Tat strömten am Sonntag beinahe 40.000 Besucher zu den 150 Naturplätzen in den Niederlanden, wo sie von Förstern, Freiwilligen und „Naturführern“, die Wanderungen durch die Natur gestalten, begrüßt wurden. Laut den Veranstaltern kann die hohe Besucherzahl am Sonntag als ein großer Erfolg gewertet werden. Auch die Unterstützung vieler Politiker an diesem Projekt ist Teil dieses Erfolges. Unter anderem sprachen Job Cohen (PvdA), Emile Roemer (SP) und Alexander Pechthold (D66) positiv über die Aktion. Aber auch Vertreter der Regierungsparteien wie beispielsweise der Bürgermeister von Maastricht, Onno Hoes (VVD), der sich zum Verlust der Artenvielfalt in den Niederlanden äußerte, unterstützen „Hart voor Natuur“: „Der zunehmende Verlust an Artenvielfalt ist in den Niederlanden eine vergessene Krise. Ich rufe jeden Niederländer zur eigenen Verantwortung auf, sich um die Natur zu kümmern.” Job Cohen, welcher an der Aktion im Nationalpark Veluwezoom teilnahm, sprach sich zudem für die Erarbeitung eines Gesetzes aus, das die Natur optimal schützen soll. Das Gesetz, welches „BasisNatuur“ heißen soll, soll nach Ansicht des Sozialdemokraten den Umfang und den Schutz der Natur regeln, sowie dafür garantieren, dass geltende nationale Gesetze mit den Gesetzen der EU nicht in Konflikt geraten können.

Einige Organisatoren wollen es aber bei „Hart voor Natuur“ nicht belassen. Jaap Dirkmaat, Direktor der Vereinigung Niederländische Kulturlandschaft und Vorstandsmitglied der Stiftung Dachs und Baum, erklärte gegenüber der niederländischen Zeitung Trouw: „Wenn das Kabinett seine Einsparungen durchsetzt, dann handelt es wider der nationalen und internationalen Gesetzgebung und das ist schlichtweg inakzeptabel.“ Der Effekt, den die Einsparungen auf Natur und Umwelt haben würde, wäre nach Ansicht von Dirkmaat fatal: „Dutzende Pflanzen und Tiere würden aussterben. Das Zurückschrauben des Naturschutzes ist regelrecht illegal.“ Dirkmaat schließt daher ein rechtliches Vorgehen gegen die Einsparungen, sollten diese umgesetzt werden, nicht aus.