Nachrichten Februar 2011


GLEICHBERECHTIGUNG: Mehr Frauen in Topfunktionen

Den Haag. AKS/CBS/TR. 18. Februar 2011.

In den Niederlanden ist die Anzahl Frauen in Management- und Topfunktionen leicht gestiegen. Dies stellte das Zentrale Statistikamt (CBS) in Zusammenarbeit mit dem Sozialen und Kulturellen Planbüro (SCP) in ihrer Publikation Emancipatiemonitor 2010 (dt. Emanzipationsmonitor 2010) fest. Der Emanzipationsmonitor wird seit dem Jahr 2000 in zweijährigem Abstand von den beiden Organisationen herausgegeben. Ausgehend von den Zielsetzungen der Regierung im Emanzipationsbereich wird hierbei untersucht, ob sich die Position von Frauen und Männern in den Niederlanden in die gewünschte Richtung entwickelt. In diesem Zusammenhang werden die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Bildung, des Arbeitsmarktes, des Einkommens, der Kombination von Arbeit und Familie, politischer und gesellschaftlicher Entscheidungsprozesse sowie der Frage nach Gewalt gegen Frauen einbezogen.

Laut den Ergebnissen des diesjährigen Monitors hat sich die Position von Frauen in der niederländischen Wirtschaft trotz der weltweiten Wirtschaftskrise 2009 leicht verbessert. So sind neun Prozent der Topfunktionen der 100 größten Betriebe in den Niederlanden mit Frauen besetzt. 2007 lag diese Zahl bei lediglich sieben Prozent. Auch die Erwerbsteilnahme von Frauen auf dem niederländischen Arbeitsmarkt ist nach den Ergebnissen des Emanzipationsmonitors angestiegen: Betrug die Anzahl arbeitender Frauen im Jahr 2005 noch 54 Prozent, so stieg diese Zahl 2009 auf 60 Prozent an. Darüber hinaus ist die Zahl der Frauen, die sich selbst als wirtschaftlich selbstständig bezeichnen können, seit 2005 von 42 Prozent auf 48 Prozent im Jahr 2009 gestiegen.

Trotz dieser guten Prognosen hat die niederländische Regierung ihre Zielsetzung im Bereich Emanzipation nicht erreicht. Wie in der Nota Meer kansen voor vrouwen von 2007 festgehalten wurde, sollte die Beteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt nunmehr 65 Prozent betragen. Zudem bestehen immer noch große Unterschiede in der Bezahlung von Männern und Frauen in den Niederlanden. 2009 verdienten Frauen im Durchschnitt höchstens 80 Prozent des Bruttolohns der Männer. Allerdings, so wird in dem Monitor erklärt, liegt dies unter anderem an den Unterschieden in der Arbeitserfahrung, der Ausbildung und der Anzahl an Frauen in leitenden Positionen. Doch auch wenn diese Unterschiede mit einbezogen werden, bleibt es bei einer Einkommensdifferenz zwischen Frauen und Männern von neun Prozent in der freien Wirtschaft und acht Prozent in Regierungspositionen.

Dennoch dürfte die niederländische Ministerin für Bildung, Kultur und Wissenschaft, Marja van Bijsterveldt, welche auch für die Emanzipationspolitik in den Niederlanden verantwortlich ist, mit den Ergebnissen der Studie zufrieden sein. Aus diesen geht nämlich hervor, dass die Beteiligung von Frauen auf dem niederländischen Arbeitsmarkt im internationalen Vergleich – wobei von Berufen mit mindestens einer Stunde Arbeit in der Woche ausgegangen wird – mit 72 Prozent sehr hoch ist. Nur in Dänemark liegt sie noch höher. Zudem arbeiten in keinem anderen europäischen Land so viele Frauen in Teilzeit wie in den Niederlanden (74%). Dabei halten niederländische Frauen eine Arbeitswoche von drei Tagen für ideal, um Familie und Arbeit miteinander kombinieren zu können. Auch auf dem Weg der Bildung scheinen die Niederlande in Sachen Emanzipation einen Schritt nach vorne gemacht zu haben. So hat sich die geschlechterspezifische Wahl von Jungen und Mädchen im Bildungsbereich leicht verändert: Mädchen und junge Frauen entscheiden sich demnach in den letzten Jahren vermehrt für technische und mathematische Ausbildungen. Dies ist vor allem im berufsbildenden Sekundarunterricht der Fall; im wissenschaftlichen bzw. wissenschaftsvorbereitenden Unterricht ist die Wahl noch stark geschlechterspezifisch.