Nachrichten Februar 2011


KULTUR: Rijks- und Van Gogh Museum online zu besichtigen

Amsterdam. AKS/TR/VK. 04. Februar 2011.

Kunstliebhaber auf der ganzen Welt dürfen sich freuen: Seit Anfang Februar sind Teile des niederländischen Rijks- und Van Gogh Museums auch virtuell von jedem Fleck der Erde zu bewundern. Im Rahmen des Google Art Project hat der Suchmaschinenbetreiber Google die Website googleartproject.com errichtet, auf der siebzehn der wichtigsten Museen der Welt Teile ihrer Sammlung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Neben den beiden niederländischen Museen sind unter anderem auch das Metropolitan Museum of Art in New York, die Hermitage in Sankt Petersburg sowie die Alte Nationalgalerie und die Gemäldegalerie in Berlin an dem Projekt beteiligt.

Insgesamt sind so über 1.000 Objekte von 486 Künstlern weltweit online zugänglich, welche in 385 Museumssälen ausgestellt sind. Dank der modernen Technologie können die Säle in einem Winkel von 360 Grad betrachtet werden, wobei auch die Möglichkeit besteht, nah an die Gemälde heranzuzoomen. Besucher der Seite erhalten zudem Hintergrundinformationen zu den verschiedenen Künstlern und deren Werken. Eine weitere Besonderheit des Google Art Project sind die hochaufgelösten Fotografien von ausgewählten Stücken der Museumskollektionen. Besucher der Website können so jeweils ein Gemälde eines Museums sehr detailliert betrachten. Im Fall der beiden niederländischen Museen kann zum einen das Gemälde „Die Nachtwache“ von Rembrandt – dem berühmtesten Vertreter der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts – zum anderen das Gemälde „Die Schlafkammer“ von Vincent van Gogh – welches erst kürzlich restauriert wurde – in hoher Auflösung betrachtet werden. Die deutschen Museen zeigen einmal das Gemälde „Im Wintergarten“ von Édouard Manet, welches in der Alten Nationalgalerie ausgestellt ist, und das Werk „Porträt von Georg Gisze“ von Hans Holbein dem Jüngeren, ein Werk der Sammlung der Gemäldegalerie.

Das Rijks- sowie das Van Gogh Museum versuchen schon seit Jahren ihr Angebot online zu erweitern. Ziel ist es, die Sammlungen weltweit für jeden zugänglich zu machen. So verfügen beispielsweise die Internetseiten des Rijksmuseums über eine Datenbank mit 100.000 Werken und beherbergen eine Online-Ausstellung mit historischen Modeaccessoires. Auch das Van Gogh Museum zeigt einen Großteil seiner Werke auf seiner Website und informiert Interessierte mit Hilfe von Blogs über aktuelle Entwicklungen im Museum. Das Google Art Project passt daher gut in die Philosophie der Museen, wie Axel Rüger, Direktor des Van Gogh Museums, gegenüber der Tageszeitung Trouw erläutert: „Menschen weltweit teilen unsere Leidenschaft für das Leben und Werk von Van Gogh. Jährlich haben wir beinahe 1,5 Millionen Besucher, die in unser Museum kommen. Aber es gibt auch eine große Gruppe Menschen, die das Museum nicht besuchen können. Und dank Seiten wie Art Project können wir nun diese Menschen miteinbeziehen und ihrer Leidenschaft für Van Gogh entgegenkommen. Es macht unser Museum für eine breite Masse zugänglich und das finde ich wichtig.“ Auch sein Kollege Wim Pijbes, Generaldirektor des Rijksmuseums, sieht große Vorteile in dem Projekt: „Nichts kann das Original übertreffen aber Google Art ist das perfekte Werkzeug um das prächtige Welterbe mit jedem zu teilen.“