Nachrichten August 2011


BELGIEN: Sturm zerstört Festival – Vier Tote und zahlreiche Verletzte

Hasselt/Kiewit. AKS/standaard.be/TR/VK. 23. August 2011.

In der vergangenen Woche ereignete sich in der flämischen Stadt Hasselt, etwa eine Autostunde von Aachen entfernt, ein tragisches Unglück: Während des jährlich stattfindenden Rockmusikfestivals „Pukkelpop“ brach am letzten Donnerstag ein Unwetter über das Festivalgelände ein und zerstörte dieses. Zwei Bühnen sowie mehrere Leinwände, Zelte und Metallkonstruktionen stürzten während des heftigen Sturms ein. Insgesamt vier Menschen starben, mehr als 140 Menschen wurden während des schweren Gewitters durch heftige Regengüsse, Hagelfälle, umstürzende Bäume und umherwehende Gegenstände verwundet. Zehn Schwerverletzte, darunter drei Niederländer, befinden sich derzeit noch im Krankenhaus in Belgien. Wie die niederländische und belgische Presse mitteilte, war man zunächst von insgesamt fünf Toten ausgegangen. Hasselts Bürgermeisterin Hilde Claes erklärte gestern jedoch, dass ein Sterbefall im Krankenhaus fälschlicherweise mit zu den Opfern des Unwetters gezählt worden sei. Das Festival, das nach dem Unglück abgebrochen worden war, zählt mit zu den bekanntesten in Belgien. Seit 1985 findet das Musikereignis in Kiewit, einem Ort in der Nähe der flämischen Stadt Hasselt, statt. Mit rund 200.000 Besuchern jährlich, zählt es auch zu den meist besuchten Festivals des niederländischen Sprachraums.

Das Unwetter, welches gegen sechs Uhr abends am Donnerstag ausbrach, überraschte nicht nur die Besucher sondern auch die Veranstalter. Chokri Mahassine, Organisator des Musikfestivals, erklärte am Freitag nichts von dem bevorstehenden Gewitter gewusst zu haben. Mahassine, der sichtlich geschockt von den Ereignissen war, sagte weiterhin, dass der vergangene Donnerstag der „schwärzeste Tag“ gewesen sei den „Pukkelpop“ jemals mitgemacht habe. Doch gerade wegen der Schwere des Unglücks sind die Anteilnahme und die Hilfestellung für die Opfer besonders groß. Laut Angaben der Feuerwehr haben viele Umstehende bei den Rettungsaktionen mitgeholfen, wodurch die Verletzten innerhalb einer halben Stunde ins Krankenhaus gebracht werden konnten. Insgesamt 450 Menschen mussten in Notunterkünften untergebracht werden. Anwohner haben Festivalbesucher spontan bei sich zu Hause aufgenommen und versorgt, so ein Sprecher der Feuerwehr. Am kommenden Donnerstag, eine Woche nach dem Unglück, wird zu Gedenken der Opfer eine Erinnerungsfeier mit diversen Auftritten von Bands stattfinden. Schon am Sonntag war ein Trauerzug durch Hasselt organisiert worden, bei welchem hunderte Menschen teilnahmen. In der Sankt Lambertuskirche in Kiewit war im Anschluss an den Trauerzug ein Gedenkgottesdienst organisiert worden, bei welchem auch die flämische  Vizepremierministerin Ingrid Lieten anwesend war: „Es war ein sehr emotionaler und ergreifender Gedenkgottesdienst. Jeder wurde mit seinen eigenen Gefühlen konfrontiert, “ so Lieten.

Auch die königliche Familie hatte ihr Mitgefühl für die Opfer ausgesprochen. König Albert II und seine Frau Königin Paola brachen ihren Urlaub in Italien am Freitagmorgen ab, um mittags bereits nach Hasselt reisen und für die Verwundeten da sein zu können. Ebenfalls groß war die Anteilnahme mit den Opfern und Verwundeten von Seiten der Bands, die während des Festivals noch auftreten sollten. Einige Bands erklärten bereits, auf ihre Gage, die vorab gezahlt worden war, verzichten zu wollen. Mehrere Bands, darunter auch die US-Amerikanische Musikgruppe Foo Fighters, sprachen auf Twitter ihr Mitgefühl aus.

Auf www.pukkelpop.be kann man zudem sein Beileid mit den Betroffenen aussprechen und sich auf Niederländisch, Englisch oder Französisch über neueste Entwicklungen informieren.