Nachrichten April 2011


KULTUR: Skulpturen verzieren den Scheveninger Strand

Den Haag/Scheveningen. AKS/nlnetz/sandsculptures.nl/VK/wnf.nl. 28. April 2011.

Künstlerisch wertvolle und detailreiche Skulpturen verzieren seit dieser Woche den Strand im niederländischen Scheveningen, einem Stadtteil der Stadt Den Haag. Vom 29. April bis zum 27. Juni findet hier das zwanzigste Internationale Sandskulpturenfestival statt. Passend zum diesjährigen Motto „Geef de aarde door“ (dt. Erhaltet die Erde) sind vor allem Abbildungen bedrohter Tierarten im Sand eingearbeitet worden. Damit unterstützt das Festival die gleichnamige Kampagne des WWF (World Wide Fund For Nature) zur „Verdopplung der Natur“. Der niederländische WWF verfolgt mit dieser Aktion drei unterschiedliche Ziele. Zum einen sollen der Bestand des Spitzmaulnashorns in Südafrika bis zum Jahr 2012 und zum anderen die Schutzgebiete für bedrohte Tierarten am Nordpol sowie die Hektaranzahl geschützter Waldgebiete auf Borneo verdoppelt werden. Finanziert werden soll dieses Unterfangen durch eine großräumig angelegte Spendenaktion, auf welche das Festival aufmerksam macht.

Zum zwanzigsten Mal findet das Sandskulpturenfestival nun in Scheveningen statt. Nachdem der Amerikaner Gerry Kirk als Erster die Kunst des Sandskulpturenbauens entdeckte und diese vor allem in Japan populär machte, brachte er sie 1991 in die Niederlande. Auf Einladung von Marcel Elsjan of Wipper, Gründer des Marketing- und Kommunikationsbüros in Den Haag und heutiger Direktor der World Sand Sculpting Academy (WSSA), unterrichtete Kirk eine Gruppe niederländischer Studenten im Modellieren von Sandskulpturen. Ganze drei Monate sollten die Vorbereitungen für das erste Sandskulpturenfestival dauern. Drei Monate die sich auszahlen sollten – denn das Festival entpuppte sich als voller Erfolg und Scheveningen gilt seither als die Wiege der Sandskulpturen in Europa. Zudem zählt das Sandskulpturenfestival an der niederländischen Küste zu den renommiertesten Festivals der Welt. Jährlich lockt das Event dabei auch mit der Vergabe eines Publikumspreises und einem damit verbundenen Preisgeld.

Obwohl die Künstler, die aus der ganzen Welt nach Scheveningen angereist waren, in diesem Jahr nicht auf große Skulpturen setzten, sondern detailgetreue Abbildungen fertigten, wurden insgesamt 300 Tonnen Sand benötigt, um die Skulpturen zu bauen. Aufgrund der speziellen Bauart und des Sandes besteht keine Gefahr, dass die Modelle schon vor Ende des Festivals zusammenbrechen könnten. Für das Modellieren von Sandskulpturen wird kein Sandstrand sondern speziell angelieferter und ausgewählter Flusssand aus der niederländischen Maas verwendet. Dieser spezielle Sand wird dabei vor dem eigentlichen Modellieren gut bewässert und festgestampft. Dadurch erhält der Sand eine kompakte Form, der weder Regen noch Wind Schaden zufügen kann. Derartig angefertigte Skulpturen können nicht nur einen Sturm der Windstärke 7 standhalten, sondern auch monatelang stehen bleiben. Der niederländische Rekord eines solchen Kunstwerks liegt dabei bei 14 Monaten.

Die Sandskulpturen sind direkt am Strand beim Boulevard in Scheveningen zu finden. Das Festival ist für Schaulustige und Interessierte gratis zugänglich.