Nachrichten April 2011


WIRTSCHAFT: Minister lobt Zusammenarbeit mit Deutschland

Den Haag. TM/nu.nl. 11. April 2011.

Kurz vor dem morgen beginnenden Staatsbesuch Ihrer Königlichen Hoheit Königin Beatrix der Niederlande (NiederlandeNet berichtete) erschien auf dem Nachrichtenportal nu.nl heute ein Interview mit dem niederländischen Minister für Wirtschaft, Landwirtschaft und Innovation, Maxime Verhagen. Der Minister wird diese Woche ebenfalls Teil der niederländischen Delegation in Deutschland sein. Verhagen lobt in diesem Interview die wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Länder und wünscht sich für die Zukunft eine noch engere Zusammenarbeit zwischen niederländischen und deutschen Firmen.

Maxime Verhagen wird diese Woche in Berlin mit Ministern der Deutschen Regierung – unter anderem Wirtschaftsminister Rainer Brüderle sowie Forschungsministerin Annette Schavan – zusammentreffen. Diesen Zusammentreffen mit den deutschen Kollegen misst Verhagen im Interview mit nu.nl viel Bedeutung zu: „Deutschland ist mit Abstand unser wichtigster Absatzmarkt. Ein Viertel unseres Exports geht dort hin. Wir sind zudem der größte Investor und andersherum stehen wir als Absatzmarkt für deutsche Unternehmen an dritter Stelle. Niederländische Firmen profitieren außerdem wie kein anderer vom eindrucksvollen Wachstum Deutschlands in der letzten Zeit.“ Als Beispiele für wichtige binationale Kooperationen auf Unternehmensebene nannte Verhagen das Unternehmen Dutch Space aus Leiden, welches als Zulieferer von Sonnenkollektoren für den Galileo-Satellitenbauer OHB in Bremen auftritt. Weiterhin liefert der Eindhovener Chiphersteller NXP Semiconductors die Speichereinheiten für die neuen deutschen Personalausweise. „Andersherum läuft es auch mehr als hervorragend. Unternehmen wie Siemens, BASF, Bosch, RWE und Adidas sind hier große Investoren und sorgen für viele Arbeitsplätze in unserem Land.“

Neben dem Export von Gütern (etwa 25 % der Güterexporte gehen nach Deutschland) soll in Zukunft auch die Ausfuhr von Dienstleistungen (hier sind es etwa 13 % der Dienstleistungen, die nach Deutschland exportiert werden) weiter ansteigen. Um diese Entwicklung weiter zu stimulieren, findet im Zuge des Staatsbesuches ein von der Deutsch-Niederländischen Handelskammer (DNHK) organisiertes Seminar statt, in dem Vertreter von niederländischen Dienstleistungsunternehmen wie etwa Randstad oder Stage Entertainment über ihre Erfahrungen auf dem deutschen Markt berichten werden. Ein weiteres Seminar, an dem auch Minister Verhagen teilnehmen wird, findet Donnerstag zum Thema Sonnenenergie in Dresden statt. Hier möchte der niederländische Wirtschaftsminister ausloten, inwiefern sich die beiden Länder mit ihren jeweiligen Stärken gegenseitig unterstützen und bestärken können. Wo Deutschland bei den nachhaltigen Energien führend ist, sind es die Niederlande beim Thema „Bauen mit Wasser“. Zum Abschluss des Staatsbesuches wird es am Freitag im nordrhein-westfälischen Essen sodann auch ein weiteres Seminar zu diesem Thema geben, auf dem die Niederlande mit ihrer Reputation auf diesem Gebiet für Investitionen werben werden.

Trotz der sehr harmonischen Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Nachbarländern räumt Maxime Verhagen ein, dass einer stärkeren binationalen Kooperationen an einigen Stellen weiterhin Steine in den Weg geworfen werden: „Bestimmte niederländische Diplome werden nur mühsam anerkannt; umgekehrt gilt dies auch. Auch müssen wir gemeinsam mit Deutschland in Europa dafür sorgen, dass unsere Unternehmen noch besser auf dem Weltmarkt konkurrieren können.“ Als Beispiel nannte Verhagen konkret die Einführung von EU-Patenten, sodass Firmen in Zukunft nicht mehr in allen Mitgliedsstaaten ein separates Patent für ihre Innovationen anmelden müssen.