Nachrichten September 2010


ROTTERDAM: Hilfe beim Auffang osteuropäischer Migranten gefordert

Rotterdam. CK/NRC/Nicis Institute. 20. September 2010.

Zwischen 15.000 bis 25.000 Migranten aus mittel- und osteuropäischen Ländern leben zurzeit in Rotterdam. Insbesondere seit dem EU-Beitritt Rumäniens und Bulgariens im Jahr 2007 ist die Anzahl der Migranten aus diesen Ländern weiter gestiegen. Die Mehrheit der Migranten stammt jedoch aus Polen. Wie ein jüngst veröffentlichter Bericht des Nicis Instituts, das sich insbesondere mit Städtepolitik und -themen auseinandersetzt, verdeutlicht, gestaltet sich insbesondere die Eingliederung der bulgarischen Minderheit schwierig.

Die Mehrheit der rund 4.000 Bulgaren verfügt nur über einen niedrigen Bildungsstand und ist zudem – im Vergleich zu den anderen mittel- und osteuropäischen Migrantengruppen – verhältnismäßig alt. Infolge dessen verfügen sie nur über wenige Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Vielen von ihnen würden sich deshalb, so der Beigeordnete der Stadt Rotterdam, Hamit Karakus (PvdA), „in Grauzonen und illegalen Kreisen“ bewegen. Hinzu kommen sprachliche Schwierigkeiten. Ein Großteil der bulgarischen Migranten stammt aus türkischsprachigen Regionen und versucht deshalb in erster Linie in türkischen Kreisen Anschluss zu finden. Im Gegensatz zu den anderen Gruppen spielen bei den Bulgaren soziale Netzwerke bei den Gründen für die Migration eine wichtigere Rolle als wirtschaftliche Aspekte.  In Folge dessen, so der Bericht, würden sie häufiger in (Familien-) Verbänden in die Niederlande kommen. Häufig leben sie auf engstem Raum zusammen und teilen sich mit mehreren Leuten ein Zimmer.

Die Stadt Rotterdam fühlt sich beim Auffang dieser Migrantengruppen vom niederländischen Staat im Stich gelassen: „Die Regierung verweigert sich, trotz früherer Zusagen“, so Karakus. Aus diesem Grund könnten sie „nur die Symptome, jedoch nicht die Ursachen bekämpfen.“ Zudem müsse Europa das seiner Ansicht nach eigentliche Problem anpacken und in die wirtschaftlich schwachen Regionen der Gemeinschaft investieren.