Nachrichten September 2010

POLITIK: Marianne Thieme tritt als Parteivorsitzende zurück

Den Haag. AKS/TR/VK. 14. September 2010.

Marianne Thieme von der Partij voor de Dieren (PvdD) wird künftig ihre Aufgaben als Parteivorsitzende niederlegen. Dies erklärte sie heute in ihrem Weblog. Die 38-jährige Thieme ist seit Gründung der Partei im Jahr 2002 Mitglied. Die PvdD setzt sich für die Belange von Tieren im Allgemeinen und insbesondere gegen tierfeindliche politische Maßnahmen ein.

Thieme fungiert nicht nur als Parteivorsitzende, sondern ist auch politische Leiterin der PvdD und Fraktionsvorsitzende in der Zweiten Kammer. In den Niederlanden unterscheidet man das Amt des Parteivorsitzenden generell von dem des politischen Leiters. Der Parteivorsitzende befasst sich vor allem mit organisatorischen und administrativen Dingen und hat für Geschlossenheit der Partei nach innen und außen zu sorgen. Als Politischer Leiter gilt in den Niederlanden das wichtigste Parteimitglied einer politischen Gruppierung, welches zumeist das „Gesicht“ der Partei bildet. In den allermeisten Fällen wird diejenige Person, welche während des Parlamentswahlkampfs Spitzenkandidat für seine Partei war, nach den Wahlen zur Zweiten Kammer der Politische Leiter der Partei. In den meisten Parteien sind die beiden Posten „politischer Leiter“ und „Parteivorsitzender“ voneinander getrennt und mit verschiedenen Personen besetzt, manchmal werden beide Ämter jedoch auch in Personalunion von einer Person ausgeführt.

Noch im vergangenen Jahr hatte innerhalb der PvdD eine Diskussion darüber stattgefunden, ob die beiden Ämter von einer Person oder aber von zwei Personen besetzt werden sollten. Thieme sprach sich gegen die Aufteilung der Ämter auf zwei Personen aus: „Die Diskussionen und internen Streitigkeiten innerhalb anderer Parteien zwischen dem politischen Leiter und dem Parteivorsitzenden und die Art wie derartige Konflikte zwischen den Personen ausgetragen werden, müssen wir als kleine Partei verhindern. Wir müssen Einheit gewährleisten.“ Nachdem Thieme in dieser Frage von ihrer Partei Recht zugesprochen bekommen hatte, wurde sie im Dezember als Parteivorsitzende wiedergewählt und hätte das Amt bis zum Jahr 2012 weiter besetzen sollen.

Dennoch tritt Thieme nun vorzeitig zurück. Thieme erklärte ihre jetzige Entscheidung dadurch, dass das Amt als Parteivorsitzende zu viel Aufmerksamkeit erfordere: „Es ist schön gewesen. Aber ich will auch einen Abend mal zu Hause sein.“ In Ihrem Weblog erklärte sie daher: „Macht euch keine Sorgen, ich bleibe weiterhin als politische Leiterin und als Leiter der Fraktion in der Zweiten Kammer, aber mit mehr als 12.000 Mitgliedern brauchen wir einen Parteivorsitzenden, der seine/ihre ungeteilte Aufmerksamkeit an die Vereinigung schenken kann.“ Am 28. November wird die Partei einen Nachfolger für Thieme wählen.