Nachrichten September 2010

TIERPLAGE: „Moorhuhnjagd“ auf Schiphol

Amsterdam. AKS/nos.nl/TR/VK. 03. September 2010.

Immer mehr Vögel nisten sich auf dem Gelände des Amsterdamer Flughafens „Schiphol“ ein. Doch was zunächst nach einer Lappalie klingt, ist für den größten Flughafen der Niederlande ein ernstzunehmendes Problem - denn die Vögel, überwiegend Gänse, können zu ernsthaften Unfällen führen. Ende August musste beispielsweise eine Maschine der Fluggesellschaft Arkefly, die auf dem Weg nach Kanada war, nach einem Zusammenstoß mit einem Vogel zum Flughafen zurückkehren. Direkt nach dem Start sind vermutlich mehrere Vögel in einen der beiden Motoren geraten.

Schiphols Direktor Ab Rutten erklärte, dass sich die Gänsepopulation innerhalb des letzten Jahrzehnts verzehnfacht habe: „Das Problem ist, dass die Gänse sowohl im Sommer auf dem Gelände bleiben als auch hier überwintern.“ Das Gebiet um den Flughafen sei mit dem vielen Wasser zudem ein geeignetes Gebiet für die Vögel. „Und die Gans hat keine natürlichen Feinde“, wie Ab Rutten in de Volkskrant zitiert wurde. Mittlerweile hat sich das „Gänseproblem“ auch auf die umliegenden Bauernhöfe ausgeweitet. Immer mehr Landwirte klagen über die Vögel.

Obwohl die Flughafenverwaltung nach einem Vorfall im Juni – eine Maschine musste mit brennendem Motor auf Schiphol notlanden – die Maßnahmen gegen die Vögel verschärft hatte, zeigen diese noch keinen Erfolg. Neben der Jagd in einem Umkreis von zehn Kilometern, dem Einsatz von Raubvögeln und akustischen Signalen wie Vogelgezwitscher wurde im Juni ein Laser installiert, der mithilfe von bewegenden, grünen Strahlen die Vögel vom Boden vertreiben sollte.

Eine Arbeitsgemeinschaft bestehend aus Mitarbeitern des Flughafens sowie Vertretern aus Natur- und Umweltorganisationen soll nun neue Möglichkeiten untersuchen, um die Vogelbelastung einzudämmen. Die Jagd auf die Vögel soll dabei noch verschärft werden. Obwohl der Flughafen selbst nicht Jagd auf die Gänse macht, haben mehrere Jäger aus der Region diese Aufgabe übernommen. Eine von ihnen, Linda Mulckhuyse, erklärte gegenüber dem Nachrichtensender NOS, dass durch die Leichname andere Vögel abgeschreckt würden. Henk Strietman, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft, erläuterte jedoch, dass ein Umkreis von nur zehn Kilometern zu gering sei – so könne man gegen die Vogelplage nicht ankommen.