Nachrichten September 2010

JUBILÄUM: 15 Jahre deutsch-niederländisches Korps

Münster. TM/1gnc.de/bundeswehr.de/defensie.nl/MV. 03. September 2010.

Bereits zum 15. Mal jährte sich in dieser Woche der Geburtstag einer seinerzeit sehr innovativen Institution – zum ersten Mal in der europäischen Geschichte wurden mit dem 1. Deutsch-Niederländischen Korps Stäbe aus zwei unterschiedlichen Ländern vereinigt. Seit dem 30. August des Jahres 1995 besteht das Hauptquartier, welches im westfälischen Münster angesiedelt ist. Bestand das Korps zu Beginn nur aus Militärs aus den beiden Führungsnationen Deutschland und den Niederlanden, sind nach dem Jahr 2000 auch weitere Nationen hinzugekommen. Den Großteil der knapp etwa 400 in Münster beschäftigten zivilen und militärischen Personen stellen aber weiterhin die beiden federführenden Nationen.

Seit seiner Gründung vor 15 Jahren hat sich das Korps zum sogenannten Korpskommando hoher Einsatzbereitschaft (engl. High Readyness Forces) der NATO entwickelt. Diese schnelle Eingreiftruppe kann binnen weniger Tage sowohl der NATO als auch der EU für mögliche Einsätze zur Verfügung stehen. So waren Teile des Korps im Jahr 2003 auch zum ersten Mal bei der ISAF-Mission in Afghanistan vertreten, im Jahr 2009 folgte ein zweiter Einsatz am Hindukusch. Erst jüngst wurde zudem bekannt, dass für das Jahr 2013 ein erneuter Einsatz in Afghanistan geplant ist. Wie Korpssprecher Ronald Weemering zu Beginn dieser Woche verkündete, wird das Korps in drei Jahren wiederum ihr schnell verlegbares Hauptquartier am Hindukusch stationieren. Ebenso wie bereits im vergangenen Jahr werden auch 2013 wohl wieder 200 bis 300 Soldaten die internationale Schutztruppe ISAF im afghanischen Kabul verstärken. Unterstützt wird das Korps dabei von zwei binationalen Bataillons – einem für Medizin und Logistik und einem für Kommunikation und Information.

Die Feierlichkeiten zum 15-jährigen Bestehen des Korps wurden zu Beginn dieser Woche auf dem Gelände des Hauptquartiers in Münster begangen. Während eines gemeinsamen Biwaks schaute man zusammen mit Mitgliedern wie auch Familien und mit dem Korps eng verbundenen Personen auf die gemeinsame Zeit in Münster zurück. Der Abend begann dabei mit einem speziellen Empfang des kommandierenden Generals Ton van Loon, der seit April dieses Jahres die Führung des Korps übernommen hat, und alle Gäste willkommen hieß: „ Das Korps hat zu ewigem Wandel wie auch zu Herausforderungen geführt, hat aber auch Freundschaften hervorgebracht und das Gefühl bestärkt, gebraucht zu werden“, so Loon in seiner Begrüßungsansprache.

Die Ursprüngliche Idee für die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern stammte aus dem Beginn der 1990er Jahre und ging von den Niederlanden aus. Der Vorschlag eines gemeinsamen Großverbandes stieß auch diesseits der Grenze auf Zustimmung und so entschlossen sich die beiden Verteidigungsminister Gerhard Stoltenberg und Relus ter Beek 1991 schließlich zur Aufstellung des binationalen Korps. Vertraglich wurde diese Übereinkunft zwischen der Bundesrepublik und dem Königreich der Niederlande dann am 30. März 1993 besiegelt, bevor das Hauptquartier in Münster Ende August 1995 schließlich seine Arbeit aufnahm.