Nachrichten Oktober 2010

FILMFESTIVAL: „Joy“ gewinnt „Goldenes Kalb“

Utrecht. AKS/TR/VK. 05. Oktober 2010.

Die dreißigste Ausgabe der Niederländischen Filmfestspiele (NFF) endete am Samstag mit der Verleihung des begehrten niederländischen Filmpreises, dem „Gouden Kalf“ (dt. Goldenes Kalb). In siebzehn Kategorien entschied die Jury unter Leitung des ehemaligen Volkskrant - Chefredakteurs Pieter Broertjes, wer die heißbegehrte Auszeichnung erhalten durfte. Unter anderem wurde Schauspielerin Carice van Houten für ihre Rolle in „De gelukkige huisvrouw“ (dt. Die glückliche Hausfrau) mit dem Preis für die beste Schauspielerin geehrt. Damit hat Carice van Houten bereits zum vierten Mal das Kalb für sich gewinnen können. In dem Film spielt die Schauspielerin die junge Mutter Lea, die nach einer schwierigen Geburt in eine Psychose gerät. In dem Film bewies die 34-jährige Van Houten nach Ansicht der Jury „wiederrum ein Phänomen in der niederländischen Filmwelt zu sein.“

Die Wahl für den Preis für die beste männliche Hauptrolle fiel auf den Schauspieler Barry Atsma.  In „Komt een vrouw bij de dokter“ des gleichnamigen Buches (dt. Titel „Mitten ins Gesicht“)  spielt Atsma den Lebensgenießer Stijn. Dieser ist mit seiner Frau Carmen (ebenfalls gespielt von Carice van Houten) glücklich verheiratet, geht aber aus Gewohnheit trotzdem fremd. Bis Carmen schwer krank wird. Stijn stürzt sich fortan obsessiv ins Clubleben, um seine Angst zu betäuben. Die Jury erklärte: „Stückchen für Stückchen gewinnen wir diesen Mann gern und sind beinahe soweit, dass wir ihm seine Sünden vergeben.“

Eine Überraschung war die Ernennung des Films „Joy“ zum Besten niederländischen Film. Der Film rundet die Trilogie von Regisseurin Mijke de Jong über die schwierigen Schicksale von jungen Mädchen ab. „Joy“ speziell handelt von einem jungen Mädchen, das sich auf die Suche nach ihrer verschwundenen Mutter macht. Die Nominierung als bester Film war zuvor breit diskutiert worden, da der Film „Tirza“  von Produzent San Fu Maltha kein Nominierungsplatz erhalten hatte. San Fu Maltha warf der Jury vor, keinen Sinn für Film zu haben und „blind und taub“ zu sein.  

Insgesamt war „Joy“  in sieben Kategorien nominiert gewesen, von denen drei tatsächlich vergeben wurden: Neben der Auszeichnung für den besten Film, erhielt auch Drehbuchautorin Helena van der Meilen sowie Schauspielerin Coosje Smid für die Rolle als beste Nebendarstellerin das Goldene Kalb.