Nachrichten November 2010


SINTERKLAAS: Ankunft gut verlaufen

Harderwijk. AKS/NRC/TR/VK. 16. November 2010.

Beinahe 25.000 Menschen verfolgten am Samstag in Harderwijk die Ankunft von Sinterklaas. Das Fest von Sinterklaas, in Deutschland besser bekannt als Sankt Nikolaus, wird in den Niederlanden traditionsgemäß groß gefeiert. Der Bischof mit dem langen, weißen Bart, der einen roten Talar trägt, reist jedes Jahr bereits drei Wochen vor dem eigentlichen Feiertag mit seinem Dampfschiff aus Spanien in die Niederlande. Dort angekommen reitet Sinterklaas mit seinem weißem Pferd Amerigo durch die Straßen und bringt braven Kindern Geschenke und Süßigkeiten. Unartige Kinder kriegen allerdings der Sage nach von seinen Gehilfen, den Zwarte Pieten (dt. Knecht Ruprecht), ein Säckchen Salz oder werden von den Pieten in einem Jutesack mit nach Spanien genommen.

In diesem Jahr kam das Dampfschiff von Sinterklaas, das sogenannte Pakjesboot 12, im niederländischen Harderwijk an. Um genau 12:24 Uhr betrat Sinterklaas das Festland und wurde von zahlreichen Kindern und ihren Eltern begrüßt. Auch der Bürgermeister von Harderwijk, John Berends, begrüßte Sinterklaas: „Sinterklaas, was schön, dass Du in den Niederlanden bist und auch nach Harderwijk gekommen bist. Willkommen!“

In den nächsten drei Wochen wird Sinterklaas nun durch das ganze Land reisen und den Kindern ihre Geschenke und Süßigkeiten bringen. Allerdings wird sich die Reise in diesem Jahr wegen der Wetterlage in den Niederlanden etwas erschweren. Schon die Route bis nach Harderwijk musste aufgrund des herrschenden Wetters gekürzt werden. Einige Intochten (dt. Einzüge) wurden sogar abgesagt. Vor allem der Süden des Landes sei laut den Organisatoren zu nass, um eine Einreise mit dem Boot gewährleisten zu können. In anderen Städten wurde das Programm einfach den Wetterumständen angepasst. Beispielsweise zog Sinterklaas in das niederländische Eindhoven statt mit dem Dampfschiff, zu Pferd in die Stadt ein.

In diesem Jahr steht das Sintfest im Übrigen im Zeichen des Fair Trade Handels. Wie die niederländische Zeitung de Volkskrant berichtet, „shoppt Sint dieses Jahr verantwortungsvoll“. Die traditionellen Schokoladenbuchstaben, die passend zum ersten Buchstaben des Vornamens einer Person verschenkt werden, werden in diesem Jahr aus Fair Trade-Schokolade hergestellt. Dies geschieht auf Initiative der Kampagne „De groene Sint“ (dt. Der grüne Sint). Seit 2006 bemüht sich die Kampagne, welche von der Entwicklungsorganisation Oxfam Novib ins Leben gerufen wurde, um mehr Fair Trade-Produkte bei typischen „Sint-Süßigkeiten“. Hatte die Organisation im letzten Jahr noch bemängelt, dass nur 15 Prozent der Schokoladenbuchstaben aus Fair Trade-Schokolade bestünden, so sind in diesem Jahr rund 95 Prozent, sprich beinahe 22 der 23 Millionen benötigten Schokoladenbuchstaben, aus Fair Trade-Schokolade hergestellt. Oxam Novib nannte dies „ein fantastisches Resultat.“

Wer sich noch weiter über das Sintfest in den Niederlanden informieren möchte, kann dies apropos online tun: Auf der Homepage www.sinterklaasjournaal.ntr.nl werden Filme, Fotos und diverse andere Spielereien für Jung und Alt angeboten.