Nachrichten November 2010

WILDERS: „Frau Merkel hat Angst“

Den Haag. AKS/NRC/spiegel.de/TR. 08. November 2010.

Geert Wilders, der politische Leiter der Partij voor de Vrijheid (PVV), unterstellt Bundeskanzlerin Angela Merkel „Angst“ zu haben. Dies ist in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel in dieser Woche zu lesen. Wilders behauptet in diesem Interview, dass „eine charismatische Persönlichkeit ohne rechtsextremen Hintergrund“ in Deutschland inzwischen gut 20 Prozent der Stimmen für sich gewinnen könne. Dieser Umstand schockiere in seinen Augen vor allem die Bundeskanzlerin, weshalb er unterstellt, dass die Kanzlerin das Aufkommen einer ähnlichen Gruppierung wie der PVV in Deutschland befürchtet.

Noch im Oktober hatte Wilders der Kanzlerin ein großes Lob ausgesprochen. Während einer Debatte in der Zweiten Kammer hatte er erklärte, Merkel habe „die Führung auf dem Gebiet der Islam-Kritik übernommen.“ Hiermit spielte Wilders auf eine Äußerung Merkels zu den Problemen bei der Integration von Zuwanderern und die kürzlich in Deutschland entfachte Islamdebatte an. Während des Deutschlandtages der Jungen Union (JU) im Oktober hatte Merkel gesagt, die Bemühungen um den Aufbau einer multikulturellen Gesellschaft in Deutschland seien fehlgeschlagen. Für Wilders Grund genug, der Kanzlerin zuzustimmen: „Wenn selbst die Bundeskanzlerin sagt, dass die multikulturelle Gesellschaft vollkommen gescheitert ist, dann will das etwas heißen. Die wichtigste Politikerin der Christdemokraten im wichtigsten Land Europas durchbricht ein Tabu und sagt, wie es ist. Und sie sagt, was Millionen Menschen denken.“ lautete es in seiner Rede. Nachdem die Kanzlerin jedoch durch einen Sprecher jegliche Islamkritik in ihrer Rede zurückgewiesen und ihre Abneigung gegen die Politik der PVV erklärt hatte, scheint sich Wilders Einstellung zur Kanzlerin jedoch verändert zu haben. Statt Lobhudeleien behauptet Wilders nun in dem Interview, die Kanzlerin hätte lediglich probiert seine Politik nachzuahmen, indem sie die multikulturelle Gesellschaft als gescheitert bezeichnete.

In dem Interview wird aber nicht nur Wilders Einstellung zur politischen Elite in Deutschland thematisiert. Auch Wilders Überzeugung bezüglich des Korans wird deutlich. So vergleicht er den Koran erneut mit Hitlers Buch Mein Kampf (NiederlandeNet berichtete). Seiner Ansicht nach ist der Koran schlimmer als Hitlers Werk, wenn es um das Entfachen von Hass und Gewalt geht. Im Koran stehen laut Wilders mehr anti-jüdische Passagen als in Hitlers Buch. Zudem ließe der Koran keinen Raum für andere Ansichten und würde daher den gleichen Prinzipien folgen wie der Faschismus und der Kommunismus. Wilders stützt seine Behauptungen auf der Tatsache, dass er einige Teile aus Mein Kampf gelesen habe. „Wenn meine linken Freunde konsequent wären in ihrer Politik, so müsste der Koran verboten werden“, heißt es in dem Artikel.