Nachrichten März 2010


POLITIK: Ex-Vizepremier Wouter Bos zieht sich aus der Politik zurück

Amsterdam. TM/NOS/PvdA. 12. März 2010.

Wie der ehemalige niederländische Finanzminister und Vizepremier Wouter Bos heute Morgen in einer Pressekonferenz im Amsterdamer Pressezentrum Nieuwspoort mitteilte, wird er für die vorgezogenen Parlamentswahlen am 9. Juni nicht mehr als Spitzenkandidat der sozialdemokratischen Arbeitspartei PvdA zur Verfügung stellen. Nach eigener Aussage will es sich nach dem Parteikongress der PvdA im April vollständig aus der Politik zurückziehen und sich mehr um seine Familie kümmern. Als Nachfolger für die Parteileitung und Spitzenkandidatur ist der Amsterdamer Bürgermeister Job Cohen im Gespräch, der sich heute Nachmittag um 15 Uhr in einer Pressekonferenz äußern will.

Wouter Bos sprach zu Beginn seiner Erklärung die aktuelle Situation der Niederlande an und leitete daraus die Notwendigkeit einer Politik hervor, in der die „Kraft von Einheit, Zusammenarbeit und Solidarität“ im Mittelpunkt steht. Dieses verlange eine „Führung, die auch verbindend wirk und unser Land nicht auseinanderfallen lässt in Gewinner und Verlierer; in Menschen, die in die Gesellschaft integriert sind und Menschen, die ausgeschlossen sind“.

Weiterhin stellte Bos heraus, dass es neben der Tagespolitik auch noch andere Verantwortlichkeiten gäbe: So fühlt sich der 46-jährige Bos gegenüber seiner Familie und seinen drei jungen Kindern verantwortlich. Um Sie will er sich den kommenden Jahren mehr kümmern, was einer erneuten Kandidatur als Spitzenkandidat seiner Partei im weg steht. Aus diesem Grund hat Bos heute die Parteiführung der PvdA, der Parlamentsfraktion und seinen ehemaligen Kabinettskollegen seinen Dank für die gute Zusammenarbeit ausgesprochen und sie über seine Pläne informiert.

Wouter Bos war nicht das, was man einen klassischen Berufspolitiker nennen kann. Er betrat erst vor zwölf Jahren die politische Bühne, nachdem er lange Jahre zuvor als Manager für den Shell-Konzern tätig war. Insgesamt kann Bos auf sieben Jahre als Abgeordneter der Zweiten Kammer, zwei Jahre als Staatssekretär, drei Jahre als Minister und Vizepremier im Kabinett Balkenende IV sowie sieben Jahre als Parteileiter zurückblicken.