Nachrichten Juni 2010


RECHT: Neues „Punktesystem“ bei Euthanasie

Rotterdam. AKS/NRC/TR. 17. Juni 2010.

Eine neue Richtlinie soll es Ärzten erleichtern Patienten  ihren Wunsch  nach Euthanasie zu gewähren, selbst wenn diese kaum noch ansprechbar sind.  Bisher war es für Ärzte sehr schwer eine Entscheidung diesbezüglich zu treffen, da laut Gesetz festgestellt werden muss, ob ein Patient „unzumutbar leidet“. Nur dann durfte die Sterbehilfe vollzogen werden. War ein Patient aber nicht mehr ansprechbar, reagierte wenig auf seine Umwelt und konnte seinen Wunsch nicht explizit äußern, so durfte der Arzt  die Euthanasie nicht durchführen, selbst wenn dies vorher mit dem Patienten abgesprochen worden war.

Nach der neuen Regelung dürfen Ärzte diese Absprache nun aber umsetzen. Ein Punktesystem soll dem Arzt helfen, den Grad des Leidens seines Patienten zu bestimmen. Mit Hilfe von Schmerzreizen werden anhand von Gefühlsäußerungen, wie Grimassen und Lauten, Punkte vergeben. Erhält ein Patient sieben oder mehr Punkte auf der Skala, kann so festgestellt werden, dass der Patient leidet und die Euthanasie darf durchgeführt werden. Bei sechs oder weniger Punkten befindet sich der Patient im Koma und leidet gar nicht bzw. kaum. Tritt dieser Fall ein, darf der Arzt die Euthanasie nicht durchführen. Zwar besteht hier die Möglichkeit den Patienten aus dem Koma mit Hilfe von Medikamenten zu holen, laut der neuen Regelung ist dies aber nicht notwendig. Die Kommission, welche die Regelung beschlossen hat, ist der Ansicht, diese Handelsweise würde neues „unzumutbares Leiden“  verursachen und sei daher unerwünscht.