Nachrichten Juli 2010

AFGHANISTAN: Niederländer ziehen sich zurück

Den Haag. CK/ANP/NRC/VK/Tr. 29. Juli 2010.

Am Sonntag endet nach vier Jahren das niederländische Kommando des ISAF-Einsatzes in der afghanischen Provinz Uruzgan. Insgesamt 16.000 niederländische Soldaten waren in den letzten Jahren in der Region eingesetzt worden. 24 Niederländer starben während des Einsatzes, weitere 140 wurden verletzt. Anfragen der NATO-Partner nach einer erneuten Verlängerung des Einsatzes hatten Anfang des Jahres zu einer Spaltung des niederländischen Kabinetts und letztendlich zu dessen Scheitern geführt.

Auch wenn das Kommando offiziell erst am Sonntag an die Amerikaner und Australier übergeben wird, befinden sich die niederländischen Truppen bereits seit Wochen im Abzug. Nur noch 250 der ursprünglich rund 1.400 in Uruzgan stationierten niederländischen Mitglieder der Task Force Uruzgan halten sich noch in der Provinz auf. Spätestens Ende des Jahres soll der Abzug abgeschlossen sein. Zum Schutz der Truppen während dieser Phase wird die niederländische Luftwaffe etwas länger im Land bleiben. Die NATO strebt an, diese auch 2011 weiterhin in Uruzgan einzusetzen, und wird voraussichtlich nach dem Antritt der neuen niederländischen Regierung diesbezüglich eine offizielle Anfrage stellen.

Der Kommandant der Streitkräfte, General Van Uhm, zeigte sich gestern in einer Pressekonferenz abschließend sehr zufrieden: „Wir sind weit gekommen“, so der General. In der früheren Unruheprovinz ist es seiner Einschätzung nach inzwischen „relativ ruhig“. Die größere Sicherheit in der Region hat zu einem Wachstum der Städte geführt. Zudem sind erste Erfolge in den Bereichen Bildung, Gesundheitsversorgung und Wirtschaft zu verzeichnen. Dennoch bleibt in der Provinz noch viel zu tun, wie ein Mitarbeiter des niederländischen Außenministeriums konstatierte: „Es wurde gesät, aber von der Ernte ist man noch weit entfernt.“ Nach dem Abzug der niederländischen Truppen wird ein Teil der zahlreichen niederländischen Hilfsprojekte, die in den vergangenen Jahren in der Provinz angelaufen sind, weiter fortgesetzt werden.