Nachrichten Januar 2010


KATRASTROPHENHILFE: Niederländische Soforthilfe für Haiti

Den Haag. Jok/minbuza.nl/NRC/VK/TR. 21. Januar 2010.

In einer groß angelegten Spendenaktion am gestrigen Donnerstag hat die niederländische Bevölkerung einen Gesamtbetrag von 41,2 Millionen Euro für Soforthilfemaßnahmen im haitischen Krisengebiet gespendet. Entwicklungsminister Bert Koenders hatte bereits im Vorfeld zugesagt, dass die Regierung den Betrag verdoppeln und dafür sorgen werde, dass die finanzielle Hilfe ohne großen Bürokratieaufwand direkt an die haitische Regierung für sofortige Wiederaufbaumaßnahmen fließen wird. Um Korruption und Misswirtschaft vorzubeugen, werde der niederländische Rechnungshof von Anfang an die Spendenflüsse überprüfen, sodass es transparent und deutlich bleibe, wofür die Spendengelder eingesetzt werden. Der Gesamtbetrag von 83,4 Millionen Euro ist der zweithöchste Spendenbetrag im Rahmen landesweiter Benefizaktionen für weltweite Krisengebiete in den Niederlanden. Im Jahr 2004 spendete die niederländische Bevölkerung den Rekordbetrag von 208,3 Millionen Euro für Tsunamiopfer in Südostasien.

Der gestrige Spendenmarathon wurde medial durch die Zusammenarbeit von öffentlichen und privaten Rundfunk- und Fernsehanstalten organisiert und durch zahlreiche lokale und regionale Aktionen unterstützt. Die Gelder werden an eine Dachvereinigung aller Hilfsorganisationen (SHO) weitergeleitet. Den abschließenden Höhepunkt bildete eine TV-Spendenaktion, an der auch viel Parteiprominenz, darunter alle Fraktionsvorsitzenden, vertreten waren. Premierminister Jan Peter Balkenende hielt eine einleitenden Ansprache und forderte – ebenso wie Entwicklungsminister Koenders – die niederländische Bevölkerung zur Solidarität auf und bat darum, sich nicht von Vorbehalten abschrecken zu lassen. Beide Politiker beteuerten ihr Vertrauen in die Professionalität und die organisatorischen Strukturen der ausführenden Organisationen. Minister Koenders, der den gesamten Tag im Medienzentrum Hilversum verbrachte, zeigte sich mit dem Gesamtbetrag äußerst zufrieden und betonte, dass er den Einsatz der niederländischen Bevölkerung „fantastisch“ finde.

Ebenfalls gestern landete auf dem Militärflughafen Eindhoven eine durch das niederländische Außenministerium finanzierte Maschine mit 92 haitianischen Adoptivkindern und ihren Begleitern an Bord. Das niederländische Justizministerium hatte auf Bitte der niederländischen Adoptionsstiftung und der Vereinigung Weltkinder eine Verkürzung der Adoptionsprozedur möglich gemacht. Das vorrangige Ziel bei dieser Aktion war es, die Kinder so schnell wie möglich in Sicherheit zu bringen. Alle 92 Adoptivkinder befanden sich bereits seit längerer Zeit im Adoptionsverfahren. In Zusammenarbeit mit den Adoptionsorganisationen, der Immigrations- und Einbürgerungsbehörde, den niederländischen Urban Search and Rescue Teams und niederländischen Marinesoldaten wurde die Organisationen vor Ort geregelt. Der niederländische Außenminister Maxime Verhagen hob die gute Zusammenarbeit und das schnelle Entgegenkommen des haitischen Präsidenten in diesen Fragen hervor. Bereits am Montag startete die Maschine von Schiphol aus mit Hilfsgütern und einem Begleitteam aus Fachleuten und Mitarbeitern des Außenministeriums an Bord in Richtung Port-au-Prince.

Entwicklungsminister Koenders sicherte zudem bereits am Mittwoch den Vereinten Nationen einen Betrag von einer Millionen Euro zur Stärkung der logistischen Maßnahmen im haitischen Krisengebiet zu. Die UN finanzieren Hilfsoperationen, die den Transport (Lastwagen, Helikopter, Treibstofflieferungen), die Einlagerung von Vorräten und Personaleinsätze umfassen. „Die Logistik der Hilfsaktionen ist in dieser Phase essentiell. Es ist darum ausschlaggebend, dass die Niederlande die Vereinten Nationen genau in diesem Bereich unterstützen“, so Koenders.