Nachrichten Januar 2010


ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT: WRR fordert „starke Veränderungen“

Den Haag. CK/NRC/VK. 19. Januar 2010.

4,7 Milliarden Euro geben die Niederlande in diesem Jahr für Entwicklungshilfe aus – und unterstützen damit 36 Länder. In einem gestern veröffentlichen Bericht kritisiert der Wetenschappelijke Raad voor het Regeringsbeleid (WRR) nun die Art und Weise der niederländischen Entwicklungshilfe. Dem gesamten Entwicklungssektor fehlt es nach Meinung des WRR an einer kritischen Organisation und Debatte. Es müsse weniger um direkte Armutsbekämpfung als um einen Beitrag zur Selbstständigkeit der Entwicklungsländer gehen, heißt es in dem 352 Seiten umfassenden Bericht „Minder pretentie, meer ambitie“. Zudem habe sich „nach sechzig Jahren des Generalisierens gezeigt, dass eine Spezifizierung erforderlich ist.“ Es sei „unmöglich allgemein zu sagen, was am besten wirkt und warum.“ Der Rat plädiert deshalb dafür, dass sich die Niederlande bei ihren Hilfsleistungen stärker auf einzelne Bereiche, auf die sie selbst spezialisiert sind, konzentrieren, wie Landwirtschaft, Wassermanagement und Aufbau eines Rechtsstaats. Zudem solle der Staat seine Hilfsleistungen auf zehn Länder beschränken und die staatlich festgelegte jährliche Finanzsumme (0,7% des nationalen Einkommens) flexibler gestalten.

Bert Koenders, Minister für Entwicklungszusammenarbeit, zeigte sich in einer ersten Reaktion besorgt darüber, dass der Bericht zu einer generellen Diskussion der 0,7 Prozent-Regel führen könnte.