Nachrichten Januar 2010


WIRTSCHAFTSKRISE: Untersuchungskommission beginnt mit Arbeit

Den Haag. CK/NRC/VK. 19. Januar 2010.

Die weltweite Wirtschaftskrise hat auch in den Niederlanden ihre Spuren hinterlassen. Neben der Verstaatlichung von ABM und Fortis Nederland brachte sie unter anderem eine milliardenschwere Finanzspritze für ING mit sich.

Eine parlamentarische Untersuchungskommission unter Leitung von Jan de Wit (SP) soll nun versuchen Licht ins Dunkle zu bringen: wie konnte die Krise entstehen und welche Rolle haben dabei niederländische Banken, Aufsichtsführende und die Politik gespielt? Gestern fand in Den Haag die erste öffentliche Anhörung statt, viele weitere sollen in den kommenden Wochen folgen. Auf der Liste der zu befragende Personen stehen unter anderem Ex-Finanzminister Gerrit Zalm und der ehemalige ING-Vorsitzender Cees Maas.

Bei der gestrigen Befragung zweier Wirtschaftsexperten zeichnete sich bereits ein möglicher Schwerpunkt der Untersuchungen ab, als es um die Rolle der „Nederlandsche Bank“ (DNB) beim Niedergang der isländischen Internetbank Icesave ging. Wirtschaftsexperte Van Wijnbergen kritisierte insbesondere das damalige zurückhaltende Vorgehen von DNB-Präsident Nout Wellink.

Coen Teulings, Direktor des Centraal Planbureaus, forderte eine Beschränkung der Freiheiten der Aufsichtsführenden, um eine Krise in Zukunft zu verhindern. Er plädierte für die Erstellung festgelegter Kriterien, bei denen die Verantwortlichen aktiv werden müssen.