Nachrichten Januar 2010


INTEGRATION: Unruhen in Culemborg

Culemborg. CK/NRC/VK/TR. 05. Januar 2010.

In der niederländischen Kleinstadt Culemborg ist es seit der Silvesternacht wiederholt zu Unruhen zwischen Niederländern marokkanischer und molukkischer Herkunft gekommen. Mehrer Verletzte, zerbrochene Scheiben und ein brennendes Auto sind das Ergebnis der Spannungen, die sich in der Sylvesternacht entluden, nachdem ein Mann mit seinem Auto in eine Gruppe von Molukkern gefahren war. Bereits in der Vergangenheit war es vereinzelt zu Auseinandersetzungen im Stadtteil Terweijde gekommen. Etwa 100 Jugendliche gehören nach Schätzungen der Polizei den beiden rivalisierenden Gruppen an, die in der Kleinstadt für Unruhe sorgen.

Die niederländische Regierung hatte in den 60er Jahren im Stadtteil Terweijde Molukker angesiedelt, die zuvor nur in provisorischen Unterkünften in den Niederlanden gelebt hatten. Viele Molukker hatten nach dem Zweiten Weltkrieg als Soldaten an der Seite der Niederlande im indonesischen Unabhängigkeitskrieg gekämpft und waren nach der Unabhängigkeit Indonesiens in die Niederlande geflüchtet. Als einzige Minderheit wurden sie in den Niederlanden gezielt in einem Wohngebiet angesiedelt. Genau darin sieht Culemborgs Bürgermeister Van Schelven jedoch das Problem: „Dadurch haben die Menschen in diesem Ortsteil das Gefühl, dass es ihr Wohnviertel ist.“ Kurze Zeit später ließen sich in der Gegend auch marokkanische Migranten nieder. Heute leben rund 2.000 marokkanische und 1.000 molukkische Niederländer in Culemborg.

In Folge der Unruhen hat die niederländische Polizei das Gebiet weitgehend abgesperrt. Für mindestes zwei Wochen ist eine Notverordnung in Kraft, die es der Polizei erlaubt, Personen, die nicht in der Region wohnen, den Zutritt zu verweigern. Van Schelven befürchtet dennoch in Zukunft weitere Unruhen: „Es ist ein Katz- und Mausspiel. Direkt nachdem sich die Polizei nach ein paar Tagen zurück gezogen hat, geschieht wieder etwas.“