Nachrichten februar 2010


AFGHANISTAN: Niederländer doch länger vor Ort?

Den Haag. CK/NRC/VK. 09. Februar 2010.

Ein offizielles Ersuchen der NATO an die Niederlande stellt den für dieses Jahr vorgesehenen niederländischen Truppenabzug aus Afghanistan erneut in Frage. Bereits Ende letzter Woche hatte die NATO das Land um einen weiteren, nun jedoch „kleineren und zeitlich begrenzten Beitrag“ in Afghanistan gebeten. Die Niederlande hatten im Jahr 2007 ihren Einsatz in der afghanischen Provinz Uruzgan unter der Bedingung verlängert, ihre Truppen bis Ende 2010 aus der Region abzuziehen. Um wie viele Soldaten es der NATO letztendlich geht, ist aus dem Schreiben nicht ersichtlich. Stattdessen wird jedoch explizit auf die jüngsten Beschlüsse der Londoner Afghanistan-Konferenz verwiesen: Dem zufolge könnte ein neuer Beitrag der Niederlande mit darin bestehen, afghanische Sicherheitstruppen zu trainieren und bei der Übertragung von mehr Verantwortung auf die lokalen Instanzen mitzuwirken.

Das niederländische Kabinett ist hinsichtlich der Afghanistan-Frage zwiegespalten. Während der christdemokratische CDA eine erneute, kleinere Mission durchaus in Erwägung zieht, lehnen die Sozialdemokraten dies ab: „Wenn uns die NATO bittet, länger zu bleiben, kann der Brief postwendend zurück“, so PvdA-Parlamentsmitglied Martijn van Dam. Fraktionsvorsitzende Mariëtte Hamer hatte am Samstag hingegen die Ausbildung von Soldaten als „eine interessante Option“ bezeichnet. Unklar ist jedoch, inwieweit diese Art von Beitrag der NATO ausreicht: „Am hilfreichsten wäre es, wenn die Niederlande in Uruzgan bleiben“, so Ivo Daalder, US-Botschafter bei der NATO. „Die Ausbildung von amerikanischen Soldaten ist wichtig. Aber am wichtigsten ist es, die Truppen und das Provincial Reconstruction Team zu behalten.“

Das niederländische Kabinett will bis Anfang März über die Anfrage entscheiden.