Nachrichten Dezember 2010

SOZIALES: Armut steigt leicht an

Den Haag. CK/CBS/Hamburger Abendblatt. 16. Dezember 2010.

In den Niederlanden hat die Armut im vergangenen Jahr zugenommen. Wie aus einem jüngst erschienenen Bericht des Zentralen Statistikamtes (CBS) und des Sociaal en Cultureel Planbureau (SCP) hervorgeht, stieg die Anzahl der Menschen, die unterhalb der „Nicht-viel-aber-ausreichend-Grenze“ (980 Euro) lebten, im Jahr 2009 von 5,5% auf 6,2% an.

Zur Risikogruppe gehören vor allem Alleinerziehende, Sozialhilfeempfänger und Alleinstehende unter 65 Jahren. Betroffen sind zudem häufig Menschen aus nicht-westlichen Ländern oder aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten. Auffällig ist auch die hohe Kinderarmut: War diese in den vergangenen Jahren, nachdem sie 2000 zwischenzeitig ihren Höhepunkt (10,6%) erreicht hatte, rückläufig gewesen, so stieg sie 2009 erstmals wieder an. Im letzten Jahr lebten 9,1% der 0-17 Jährigen in Familien mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgrenze. Der Bericht verdeutlicht zudem, dass sich arme Menschen öfters keine warme Mahlzeit oder neue Kleidung leisten können. Viele sind zudem mit Zahlungen im Rückstand.

Im Vergleich zu Deutschland ist die Anzahl jedoch nach wie vor gering. Angaben des Statistischen Bundesamtes zu Folge, lebten im vergangenen Jahr fast 15% der Deutschen an der Schwelle zur Armut. Besonders groß ist die Gefahr in Ostdeutschland. Insgesamt gehören die Niederlande zurzeit zu den wohlhabendsten Ländern der EU. Nur in Luxemburg ist das Wohlstandsniveau noch höher. Deutschland rangiert in diesem EU-weiten Vergleich auf Platz 7.