Nachrichten Dezember 2010

WEIHNACHTEN: Königin spricht über Solidarität, Mut und Harmonie

Den Haag. AKS/TR/VK. 28. Dezember 2010.

Königin Beatrix hielt am vergangenen Samstag ihre traditionelle Weihnachtsansprache. Es war die 31. Weihnachtsrede des niederländischen Staatsoberhaupts, in welcher Königin Beatrix die Menschen vor allem dazu aufrief, sich auf wichtige Dinge zu besinnen: „Weihnachten inspiriert dazu, an das zu denken, was wir wichtig finden. Es sind Tage der Besinnung auf Fragen, die wir selbst als wichtig erachten und Tage, an denen wir an uns selbst denken, an andere und an die Zukunft, an welche wir glauben können.“ Vor allem Solidarität, Bürgermut und Harmonie seien in diesen Tagen wichtig, so die Königin: „Jeder Mensch braucht einen sicheren Platz und ein Dasein in Harmonie mit anderen; zusammen sind wir Teil einer gemeinsamen Gesellschaft. “

Die Königin sprach auch über die Angst vor unbestimmten Veränderungen, das Aufkommen von Unruhe und Unsicherheit sowie das Entstehen von Spannungen in der Gesellschaft: „Wenn Menschen das Vertraute nicht mehr erkennen, entsteht Misstrauen.“ Dagegen können nur „Geduld, Respekt und Verbundenheit ein Gegengewicht bilden“, so die Königin. Das Staatsoberhaupt ging daher nicht nur auf die heutige Situation ein, sondern verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Zeit des Zweiten Weltkrieges: „Aus den Berichten des Zweiten Weltkrieges kennen wir beeindruckende Beispiele von persönlichen Mut, als Menschen, die sich selbst nicht mutig fanden, doch für ihre Prinzipien einstanden. Ihre Entscheidung hatte einen großen Effekt für andere und auch für sie selbst. Ungeachtet der Angst und Verzweiflung fanden sie doch die Kraft, ihrem Glauben an eine humane Solidarität treu zu bleiben.“

Schon am Freitagmorgen war das Thema der diesjährigen Weihnachtsansprache vom niederländischen Presseamt bekannt gegeben worden. Dadurch versuchte man, laut der niederländischen Zeitung Trouw, die Aufmerksamkeit für die Rede zu erhöhen, die am Samstag um 13.00 im Radio und im Fernsehen live zu verfolgen war. Die Vorjahresrede hatte für viele Reaktionen gesorgt. In der damaligen Ansprache äußerte Königin Beatrix vor allem Kritik an den neuen Medien und der aufkommenden Popularität von virtuellen Kontakten. Ein Thema, das noch im September für Diskussion sorgte, nachdem das Königshaus selbst zu twittern begonnen hatte (NiederlandeNet berichtete). Inwiefern die diesjährige Rede noch für Gesprächsstoff sorgen wird, bleibt abzuwarten.