Nachrichten Dezember 2010


POLITIK: Flexible Arbeitszeiten gesetzlich verankern

Den Haag. AKS/NRC/TR/VK. 03. Dezember 2010.

Nach Ansicht der Parteien CDA und GroenLinks sollen Arbeitnehmer in den Niederlanden zukünftig ihre Arbeitszeit flexibler gestalten können. Die Mitglieder der Zweiten Kammer Eddy van Hijum (CDA) und Ineke van Gent (GroenLinks) arbeiten derzeit an einem Gesetzesentwurf, der dies ermöglichen soll. Neben der eigenständigen Einteilung der Arbeitszeit soll durch das Gesetz zudem das Arbeiten von zu Hause aus ermöglicht werden.

Laut der beiden Politiker würde eine derartige Flexibilisierung der Arbeitszeit viele Vorteile mit sich bringen. Sie argumentieren, dass die Produktivität der Arbeitnehmer durch die Einführung von flexiblen Arbeitszeiten gesteigert werden könnte. Zudem käme die eigenständige Einteilung der Arbeit, der Gesundheit von Angestellten zu Gute und die Umwelt würde durch weniger Berufsverkehr geschont werden. Auch Familien würden durch ein derartiges Gesetz profitieren, wie Van Hijum erläuterte: „Mit diesem Gesetzesvorschlag geben wir Arbeitnehmern die Möglichkeit, Arbeit mit der Versorgung von Kindern oder anderen Familienmitgliedern besser zu kombinieren.“ Ein derartiges Initiativgesetz sähe dabei vor, dass Arbeitgeber einen Antrag von Arbeitnehmern nur dann ablehnen dürfen, wenn die Ablehnung gut argumentiert sei und schwerwiegende Gründe beinhalte. „Es geht letztlich darum, dass die Arbeit erledigt wird, das wann und wo spielt dabei eine kleinere Rolle“, gab Van Hijum zu verstehen.

Bis Weihnachten wollen die beiden Politiker das Initiativgesetz, das unter dem Namen Wet Flexibel Werken (dt. Gesetz flexibles Arbeiten) stehen soll, ausformulieren. Es ist der erste Gesetzesentwurf überhaupt, der von Politikern des CDA und GroenLinks gemeinsam eingereicht wird. Van Gent geht aber davon aus, dass auch andere Mitglieder der Zweiten Kammer den Entwurf unterstützen werden, da schon drei Wochen zuvor in der Zweiten Kammer eine Debatte zu diesem Thema stattfand. Dabei sprachen sich vor allem der Sozialminister Henk Kamp (VVD) und eine Mehrheit der Kammermitglieder für die Einführung von flexiblen Arbeitszeiten aus. Sollte das Gesetz in der Zweiten Kammer angenommen werden, so kann es bereits im Sommer 2011 in Kraft treten.