Nachrichten August 2010

KUNST: Van Goghs „Klaprozen“ gestohlen

Gizeh. AKS/VK/TR/NRC. 23. August 2010.

Das bekannte Gemälde  „Klaprozen“ (dt. Mohnblumen) von Vincent van Gogh (1853 – 1890) wurde am Samstag in Ägypten gestohlen. Ausgestellt wurde das dreißig  mal dreißig große Tuch, das auch unter dem Namen „Vaas met pekanjers“ (dt. Vase mit Pechnelken) bekannt ist, im Mahmoud Khalil Museum in Gizeh, einer Vorstadt der ägyptischen Hauptstadt Kairo.

Entwendet wurde das Kunstwerk am helllichten Tag. Generalstaatsanwalt Abdel Meguid Mahmoud macht dafür die mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen im Museum verantwortlich. Diese seien, seiner Aussage nach, „unzureichend“ gewesen; von den insgesamt 43 Kameras seien nur sieben funktionstüchtig und das Alarmsystem sei ebenfalls mangelhaft. Mahmoud erklärte weiterhin, dass der Direktor des Museums sowie 14 Beamte des Kulturministeriums das Land nicht verlassen dürften, bis die Untersuchungen zum Diebstahl abgeschlossen seien.

Die Meldung von Samstagabend, das Gemälde sei gefunden worden, stellte sich leider als Irrtum heraus. Der ägyptische Minister für Kultur, Farouk Hosni, hatte am Samstag bekanntgegeben, zwei Italiener seien einige Stunden nach dem Diebstahl festgenommen worden. Später erklärte Hosni jedoch, diese Meldung basiere auf Fehlinformationen. Die beiden Verdächtigen wurden inzwischen aus der Untersuchungshaft entlassen.

Zu sehen auf dem gestohlenen Werk sind mehrere gelbe Blüten und zwei Mohnblumen in einer Vase. Das Gemälde gilt als Zeichen für einen Wendepunkt in Van Goghs Maltechnik, da der Einfluss der französischen Avantgarde zu erkennen ist.  Entstanden ist das Werk wahrscheinlich 1887, ein Jahr nachdem Van Gogh sich in Frankreich niederließ. Der Wert des Gemäldes wird auf beinahe 40 Millionen Euro geschätzt.