Nachrichten August 2010

GROSSEREIGNIS: Amsterdam erwartet rund 600 Schiffe zur Sail 2010

Amsterdam. TM/VK/sail2010.nl. 18. August 2010.

Ab dem morgigen Donnerstag steht Amsterdam ganz im Zeichen der Schifffahrt. Bereits zum achten Mal richtet die niederländische Hauptstadt das fünf Tage andauernde nautische Event „Sail“ aus, welches alle fünf Jahre mehrere hunderttausend Menschen anzieht. Im Hafengebiet IJ wird ab Donnerstag sodann eine große Anzahl an Schiffen erwartet. Unter ihnen haben beinahe fünfzig Großsegler und etwa fünfhundert weitere Schiffe – darunter alte Schiffe, Marineschiffe sowie diverse moderne Schiffe – ihr Kommen angekündigt. Bei den großen Windjammern sind unter anderem die Götheborg, eine Replik eines schwedischen Ostindienfahrers sowie der niederländische Klipper Stad Amsterdam dabei. Aus Deutschland sind unter anderem der 50 Meter lange Schoner Thor Heyerdahl aus Kiel sowie der fast 64 Meter lange Drei-Mast-Gaffelschoner Großherzogin Elisabeth aus Elsfleth mit am Start und werden am Donnerstag bei der Eröffnung der Sail 2010 Teil jener Kolonne ausmachen, welche sich von IJmuiden aus über den Nordseekanal auf den Weg in Richtung Amsterdam machen wird. Begleitet werden die Großsegler dann durch tausende kleine Bote und Schiffe. In der Hafenstadt  IJmuiden haben sich bereits zu Beginn der Woche viele der großen Schiffe eingefunden und zogen etliche Schaulustige an, bevor sie sich am Donnerstag als Teil der Sail-In Parade in die Hauptstadt begeben. Etliche der großen Schiffe kamen aus Richtung England, wo sie an der diesjährigen North Sea Tall Ships Regatta teilnahmen. Nach der diesjährigen Sail machen sich viele der Schiffe dann weiter auf den Weg nach Bremerhaven, wo mit der Sail Bremerhaven 2010 das nächste Großereignis ansteht.

Sollte die Sail Amsterdam 2010 ein ähnlicher Erfolg werden wie die Austragung im Jahr 2005, dann kann man während der nächsten fünf Tage mit insgesamt 1,8 Millionen Menschen rund um das Hafengebiet IJ hinter dem Amsterdamer Hauptbahnhof rechnen. Innerhalb des Großereignisses, das in diesem Jahr unter dem Motto „Eine neutische Begegnung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ steht, finden etliche Teilveranstaltungen statt. Neben dem traditionellen Einlauf der Schiffe am Donnerstag findet am Freitag die so genannte Pieremachocheltocht, eine Parade von selbstgebauten Boten durch die Amsterdamer Grachten, statt. Für den späten Samstagabend ist ein Feuerwerk geplant und am Sonntag nimmt der niederländische Thronfolger Prinz Willem Alexander eine Inspektion der Flotte ab. Während aller Veranstaltungstage finden unter dem Stichwort SailSation zudem Wettkämpf zwischen verschiedenen Bootsklassen statt. Auf verschiedenen Bühnen präsentieren sich darüber hinaus viele bekannte Künstler.

Um ein solches Event wie die Sail Amsterdam stattfinden lassen zu können, bedarf es einer großen logistischen Vorarbeit. In Zuge dessen bleibt der Nordseekanal auch während der gesamten Zeit für jeglichen Verkehr, der nicht Teil der Schiffs-Kolonne ist, gesperrt. Um dafür zu sorgen, dass alle Schaulustigen ohne Probleme den Weg in die Hauptstadt finden, hat das niederländische Bahnunternahmen NS angekündigt, längere Züge fahren zu lassen. Und auch der regionale Verkehrsbetrieb GVB setzt Sonderfähren und längere U-Bahnen ein. Eine besondere Maßnahme für einen reibungslosen Ablauf der Sail Amsterdam wurde bereits am vergangenen Wochenende  durchgeführt. Dabei wurden von der rund 200 Meter langen Jan Schaefer-Brücke im östlichen Hafengebiet Amsterdams zwei Mittelteile entnommen. Dieser Eingriff war nötig, um die Durchfahrt für die großen historischen Segelschiffe zu ermöglichen. Di logistisch komplizierte Aktion sei allerdings ohne Probleme verlaufen, wie Lucette Bruinsma von der Stiftung Sail Amsterdam am Sonntag mitteilte. Dem Einlaufen der großen Schiffe steht somit nun also nichts mehr im Weg.