Nachrichten April 2010


KULTUR: Anne Frank Tagebücher wieder am Entstehungsort

Amsterdam. CK/VK/Trouw/NIOD/Zeitonline. 29. April 2010.

Erstmals befinden sich alle Tagebuchaufzeichnungen Anne Franks wieder dort, wo sie einst entstanden sind: in der Amsterdamer Prinsengracht 263. Dort hatte sich das jüdische Mädchen mit ihrer Familie und anderen deutsch-jüdischen Flüchtlingen seit 1942 vor der drohenden Deportation versteckt. Ihre dort entstandenen Tagebuchaufzeichnungen, die 1947 erstmals unter dem Titel „Het Achterhuis“ publiziert wurden, wurden in mehr als 70 Sprachen übersetzt und machten das Schicksal des jüdischen Mädchens weltberühmt. Insbesondere Annes Vater Otto Frank, der nach der Entdeckung des Verstecks als einziger der Familie überlebt hatte, setzte sich für die Verbreitung und Bewahrung ihres Andenkens ein. Nach seinem Tod im Jahr 1980 wurden die Originalaufzeichnungen zur Bewahrung und wissenschaftlichen Aufarbeitung an das Niederländische Kriegsdokumentationszentrum (NIOD) übergeben. Dieses hat die Tagebücher nun als permanente Leihgabe an die Anne-Frank-Stiftung übergeben.

Gestern eröffnete Königin Beatrix anlässlich des 50jährigen Bestehens des Anne-Frank-Hauses einen eigenen Tagebuchsaal, in dem die Aufzeichnungen in Zukunft der Weltöffentlichkeit zugänglich sein werden. Etwa eine Million Menschen besuchen jährlich das Anne-Frank-Haus, das am 3. Mai 1960 erstmals seine Pforten für die Öffentlichkeit öffnete. Noch in den 50er Jahren hatte es Überlegungen gegeben, das Gebäude abzureißen. Einer Gruppe um Otto Frank ist es zu verdanken, dass es soweit nicht gekommen ist.