Nachrichten April 2010


WAHLEN 2010: Wilders will die Niederlande „zurückerobern“

Rotterdam. CK/NRC/VK/Trouw. 28. April 2010.

In den Wochen vor den Parlamentswahlen in den Niederlanden sorgt Geert Wilders immer wieder für Schlagzeilen. Sei es seine neue Mitgliedschaft im Stadtrat von Den Haag, die Verschiebung des Prozessbeginns wegen Diskriminierung oder eine Wahlveranstaltung seiner Partei in Rotterdam – der Kopf der rechtspopulistischen PVV scheint omnipräsent. Bei den Wählern nimmt seine Gunst indes zunehmend ab: Laut jüngsten Umfragen des Meinungsforschers Maurice de Hond hat er seine zwischenzeitige Spitzenposition eingebüßt und wäre zurzeit nur noch viertstärkste Partei (17 Sitze) hinter PvdA (33 Sitze), VVD (32 Sitze) und CDA (27 Sitze). So verwundert es kaum, dass gerade die PvdA und ihr neuer Kopf Job Cohen zunehmend in seine Kritik geraten. Während einer Veranstaltung in Rotterdam, auf der Wilders am Montag die Wahlkampagne seiner Partei präsentierte, warf er Cohen vor, ein Mann ohne Rückgrat zu sein. Die PvdA sei zudem eine Partei der doppelten Staatsbürgerschaft, die früher eine „rote Flagge, nun einen roten Teppich für den Islam und die Massenimmigration“ ausgelegt habe. In Folge dessen sieht er seine eigene Partei quasi als Retter der Niederlande, die das Land „zurückerobern“ will. Das Land brauche eine starke PVV, die die Dinge wieder zurechtrückt: „Ohne die PVV in der Regierung werden die Niederlande weiter in den Sumpf des politisch korrekten Nichtstuns absacken.“

Unterdessen hat Wilders jedoch erst einmal in den eigenen Reihen zu kämpfen. In den letzten Wochen sind drei Kandidaten seiner Partei von ihrer Wahlkandidatur zurückgetreten, darunter der jüdische Unternehmer Gidi Markuszower. Dieser hatte mit seiner Kandidatur insbesondere in jüdischen Kreisen für Unruhe gesorgt.