Nachrichten April 2010


INNERE SICHERHEIT: Statistikamt veröffentlicht Sicherheitsrapport

DEN HAAG. TM/ND/NOS/VK. 23. April 2010.

Laut der aktuellen Studie „Integrale Veiligheidsmonitor 2009“ der niederländische Statistikbehörde CBS sowie des Innen- und Justizministeriums ist die Kriminalität in den Niederlanden in den vergangenen drei Jahren stark zurückgegangen – die Probleme auf der Straße etwa durch Vandalismus stiegen allerdings weiter an. In einer ersten Reaktion auf den neuen Bericht äußerte sich der Rat der Polizeipräsidenten und verantwortlichen Bürgermeister beunruhigt über die jüngsten Entwicklungen auf dem Gebiet der inneren Sicherheit. Laut ihnen hätten Polizei und politische Parteien in den vergangenen Jahren hart daran gearbeitet, das Land insgesamt sicherer zu machen. Zuvor wurde zudem viel investiert. Trotzdem, so konstatierten die Polizeispitzen, ist ihre eigene Schlagkraft durch die beschlossenen Einsparungsmaßnahmen und ständig neue Aufgaben immer mehr unter Druck geraten.

Wie es mit der aktuellen Sicherheitslage in den Niederlanden bestellt ist, kann am einfachsten an den jetzt veröffentlichten Zahlen abgelesen werden. So nahmen Straftaten mit vandalistischem Hintergrund, wie etwa das Beschädigen von Autos oder die Verwüstung von Gebäuden und Grundstücken insgesamt um eine Viertelmillionen auf rund 2,8 Millionen im Jahr 2009 zu. Alle Delikte zusammengenommen, wurde im vergangenen Jahr jeder vierte Einwohner Opfer einer Straftat. Insgesamt kam es zu 6,3 Millionen Rechtsüberschreitungen – etwa 400.000 Mal öfter als noch im Jahr 2008. Gewalt- und Vermögensdelikte wie etwa Einbruch oder Autodiebstahl blieben allerdings auf etwa dem gleichen Niveau wie noch ein Jahr zuvor. Fahrraddiebstähle hingegen nahmen innerhalb der vergangenen drei Jahre um gut 200.000 weiter ab.

In dem jetzt veröffentlichten Rapport wurden neben den nackten Zahlen auch Erfahrungen der niederländischen Einwohner in Bezug auf persönliche Erfahrungen mit Nachbarschaftsproblemen, dem eigenen Erleben von Kriminalität oder der Lebenswertigkeit ihrer Stadtviertel beschrieben und ausgewertet. Demnach fühlen sich die Bewohner nicht weniger sicher als bei früheren Untersuchungen. Aufgrund der steigenden Vandalismusfälle plädieren die Polizeipräsidenten für einen Anstieg von Polizisten in den kommenden Jahren: Die Einsparungen bei der Polizei, so die erste Reaktion der Berufsvertreter, ist für die zukünftigen Prioritäten in der Inneren Sicherheit fatal.