Nachrichten April 2010


BILDUNG: Kommission fordert Reform des Hochschulwesens

Den Haag. CK/NRC/Trouw. 15. April 2010.

Ist das niederländische Hochschulwesen für die Zukunft gerüstet? Mit dieser Frage beschäftigte sich im Auftrag des früheren Bildungsministers Ronald Plasterk (PvdA) eine externe Kommission um den Ex-Landwirtschaftsminister und Hochschulprofessor Cees Veerman. Gestern stellte die Kommission in Den Haag ihre Ergebnisse vor und kam dabei zu einem klaren Ergebnis: Aktuell ist das Hochschulwesen nicht für die Zukunft gerüstet und würde international zunehmend an Boden verlieren. Stark zunehmende Studierendenzahlen und hoher Studienausfall sind nur ein paar der Probleme, mit denen die Hochschulen zurzeit zu kämpfen haben.

Um den Anschluss an die Weltspitze nicht zu verlieren, ist zum einen eine stärkere Investierung in die Wissensökonomie notwendig. In Folge dessen fordert die Kommission, das Hochschulwesen auch in Zeiten der Krise von Einsparungen auszuschließen: „Es ist nicht so schlimm“, so Kommissionsvorsitzender Veerman, „wenn sich die Schulden etwas summieren, solange sich das Geld, das man ausgibt, rentiert. Und Untersuchungen zeigen Mal für Mal, das Investierungen in die Bildung die größte Rendite mit sich bringen.“

Des Weiteren hält die Kommission zum Teil weitreichende Reformen für notwendig: Zum einen sollen sich die Hochschulen ein klareres Profil zulegen und stärker spezialisieren, was der Qualität der Ausbildung zugute kommen soll. Gefordert wird zudem eine schärfere Auswahl der Studenten: Ist man zurzeit mit einem VWO-Diplom (vergleichbar mit dem Abitur) automatisch berechtigt, jeden Studiengang zu besuchen, sollen die Hochschulen in Zukunft bei der Wahl ihrer Studenten mehr selektieren können und damit die Motivation und den Einsatz der Studenten vergrößern. Auch das bisherige Finanzierungsmodell der Hochschulen muss nach Ansicht der Kommission modifiziert werden.

Trotz der teilweise einschneidenden Forderungen reagierten Universitäten und Studentenorganisationen positiv auf die Reformvorschläge. Noch vor der Bildung eines neuen Kabinetts soll nun eine „Vereinbarung über das Hochschulwesen“ ausgearbeitet werden.