Nachrichten September 2009


KULTUR: Holländische Wasserlinie wird Nationaldenkmal

Utrecht. CK/AD/NRC. 28. September 2009.

Wie gestern bekannt wurde, will Ronald Plasterk, Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaft, die so genannte „Holländische Wasserlinie“ zum niederländischen Nationaldenkmal ernennen. Mit 46 Forts, 5 Festungsstädten und hunderten von Bunkern, Schleusen und Deichen wird die im Auftrag von König Willem I erbaute und bis 1940 mehrfach erweiterte Verteidigungslinie damit zum größten Nationaldenkmal der Niederlande. Die Funktionsweise des rund 85 Kilometer langen Verteidigungssystems ist einzigartig: Durch das Fluten von bestimmten Teilen des Landes sollten die holländischen Städte vor dem näher rückenden Feind geschützt werden. Aufbauend auf Militärstrategien des 19. Jahrhunderts, scheiterte jedoch im Mai 1940 der Versuch, die Provinz Holland durch die Flutung der Wasserlinie vor dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht zu schützen. 1945 versuchten die Nationalsozialisten erfolglos, sich das niederländische Verteidigungssystem zu Nutzen zu machen und gegen die näher rückenden Alliierten einzusetzen: „Glücklicherweise verstanden die Deutschen nicht viel von dem komplexen Schleusensystem“, so Minister Plasterk.

Ein neues Denkmalschutzgesetz ermöglicht es, dass nicht nur die dazugehörigen Festungsanlagen, sondern auch die Flutungsgebiete Teil des Denkmals werden können.