Nachrichten September 2009


VERKEHR: Minister eröffnet Teil der Hochgeschwindigkeitsstrecke

Amsterdam/Rotterdam. TM/NRC/TR/. 07. September 2009.

Viele niederländische Pendler haben lange Zeit darauf gewartet, dass auch in den Niederlanden Hochgeschwindigkeitszüge fahren und so die Fahrzeit von und zur Arbeit verkürzt wird. Nachdem eine Teilstrecke zwischen Amsterdam und Rotterdam gestern offiziell eröffnet wurde, haben sie heute zum ersten Mal die Möglichkeit, von den schnellen Zügen gebrauch zu machen. Das offizielle Startsignal dazu gab der niederländische Verkehrsminister Camiel Eurlings am Sonntagmittag  zusammen mit den Bürgermeistern von Amsterdam (Job Cohen), Rotterdam (Ahmed Aboutaleb) und Haarlemmermeer (Theo Weterings).

Eigentlich sollten die beiden größten Städte der Niederlande – so war der ehrgeizige Plan – schon am 1. April 2007 mit Hochgeschwindigkeitszügen verbunden werden (NiederlandeNet berichtete). Im Jahr 2008 sollte dann der weitere Anschluss an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz erfolgen und eine direkte Schnellverbindung von Amsterdam nach Paris ermöglicht werden. Die Niederlande wäre damit eines des letzten Länder des Alten Europa, welches Zugang zum Europäischen Bahnnetz mit Schnellzügen (über 200 km/h Höchstegeschwindigkeit) bekämen. Wie schon so oft in der fast 30-jährigen Planungsphase der Hogesnelheidslijn (HSL) Zuid konnte die ehrgeizigen Planungen jedoch nicht eingehalten werden und die Eröffnung der Strecke zog sich immer weiter nach hinten. Dementsprechend zurückhaltend kommentierte Michiel Roozendaal, Direktor  des Betreibers NS Hispeed, die gestrige Eröffnung der Teilstrecke sodann auch: „Der Anschluss der Niederlande an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz kommt näher“.

„Vorsichtig“ scheint wohl das am besten geeignete Wort für die Einweihung der Trasse zu sein: Zwar verkürzt sich die Fahrzeit auf der Strecke zwischen Rotterdam und Amsterdam im Vergleich zum normalen Schienenverkehr um 20 Minuten und Pendler brauchen jetzt nur noch 43 Minuten für die Strecke, zunächst befährt man die Trasse jedoch noch mit angemieteten Zügen, die eine maximale Geschwindigkeit von 160 km pro Stunde nicht überschreiten. Die echten Hochgeschwindigkeitszüge erreichen fast die doppelte Geschwindigkeit und sollen voraussichtlich ab dem Jahreswechsel 2009/2010 eingesetzt werden. Auch die Züge des grenzüberschreitenden europäischen Schnellbahnverbundes Thalys sollen dann auf der jetzt freigegebenen Trasse fahren dürfen. Anscheinend wollte man den Beginn des Schnellzugverkehrs nicht mehr länger aufschieben und nicht warten bis alles perfekt läuft.

Die vielen Berufstätigen, die tagtäglich zwischen der niederländischen Hauptstadt und der Maasregion pendeln, werden die neuen schnelleren Verbindungen auch trotz einer Aufpreises auf den Fahrpreis, der nach der ersten Anlaufphase bei 7 Euro liegen wird, begrüßen. Und auch Reisenden, die eine schnelle Verbindung zum Flughafen Schiphol benötigen, kommt die neue Schnellstrecke entgegen. Sie benötigen vom Hauptbahnhof Rotterdam jetzt aktuell nur noch 26 Minuten bis zum nationalen Airport. Die Züge befahren die Strecke in der Anfangsphase zunächst einmal pro Stunde, wodurch an Werktagen 17 Verbindungen zwischen den beiden Städten geplant sind.