Nachrichten Oktober 2009


BANKENPLEITE: Gericht erklärt DSB-Bank für insolvent

Wognum. TM/NOS/VK/NRC. 19. Oktober 2009.

Für die niederländische Privatbank DSB, die zu einem geringen Teil auch in Deutschland operiert, gibt es keine Hoffnung mehr. Am heutigen Montag erklärte ein Gericht in Amsterdam den endgültigen Bankrott der Bank, mit der insgesamt rund 400.000 Sparer und 1.700 Beschäftigte verbunden sind. Der Bankrott kündigte sich an, nachdem am 1. Oktober eine Vereinigung verärgerter Kunden öffentlich dazu aufrief, das deponierte Geld von der Bank abzuziehen. Sie fühlten sich durch Quergeschäfte wie der obligatorischen Verbindung ihrer Hausbaukredite mit ihrer Meinung nach zu teuren Lebensversicherungen übervorteilt. Viele Kunden kamen dieser Empfehlung nach und hoben massenweise Geld ab – innerhalb weniger Tage verließen so mehr als 600 Millionen Euro die Bank.

Per Gerichtsbeschluss wurde das Unternehmen des prominenten Sportförderers Dirk Scheringa dann am 12. Oktober unter die direkte Aufsicht der niederländischen Zentralbank gestellt. Diese sperrte zuletzt alle Bankkonten und setzte dem DSB-Eigentümer eine Frist, um einen Investor für die Bank zu finden. Ein Deal mit einem US-amerikanischen Finanzinvestor scheiterte jedoch am vergangenen Sonntagabend – schuld war unter anderem auch die Niederländische Regierung, die sich bis zuletzt weigerte, der Bank eine staatliche Kapitalspritze in Höhe von rund 100 Millionen Euro bereitzustellen. Staatliche Garantien für die DSB-Bank hatte die Regierung bereits von Anfang an ausgeschlossen, da sie nicht als Folge der Finanzkrise, sondern durch eigene Fehler in Schwierigkeiten geraten war: „Wenn Finanzminister Bos 100 Millionen zur Verfügung gestellt hätte, dann wäre die Bank gerettet gewesen. Jetzt hat die Gesellschaft einen Schaden von anderthalb Milliarden Euro.“, so Scheringa als erste Reaktion auf die Insolvenz.

Auf einer am heutigen Montag einberufenen Pressekonferenz greift er die Regierung und den Finanzminister noch direkter an. In einer emotionalen Erklärung sagt Scheringa: "Wir sind nicht insolvent gegangen, sonders kaputt gemacht worden". Deshalb forderte er auch die schnellstmögliche Einsetzung einer parlamentarischen Enquete-Kommission, welche die Gründe für den Untergang seiner Bank näher untersucht. Nach niederländischen Medienberichten werden nach der Insolvenz jetzt mehrere Tausend Kunden der Bank erhebliche Summen einbüßen müssen. Staatlich garantiert sind jedoch Spareinlagen bis zu einer Maximalhöhe von 100.000 Euro. Kunden der Bank kamen vor allem aufgrund zinsgünstiger Kredite zur DSB.