Nachrichten November 2009


KÖNIGSHAUS: Kronprinz verabschiedet sich von Villa in Mosambik

Rotterdam. TM/NRC/TR. 23. November 2009. 

Nach langer, teils heftiger Kritik in der eigenen Bevölkerung, hat das niederländische Kronprinzenpaar Willem-Alexander und Máxima Ende vergangener Woche offizielle erklärt, sich von den Plänen einer Luxusvilla auf der mosambikanischen Machangulo-Halbinsel verabschieden zu wollen. In einem Brief an Ministerpräsident Jan Peter Balkenende erklärte der Thronfolger, das Luxusanwesen nach Abschluss der noch andauernden Bauarbeiten verkaufen zu wollen.

Noch vor kurzem gab der Kronprinz auf einem Staatsbesuch in Mexiko an, selbst schlaflose Nächte von der auf ihn einströmenden Kritik gehabt zu haben. Konkret ging es dabei zum einen darum, dass angeblich korrupte Bauunternehmen bei dem Ferienhausprojekt mitgemischt haben. Zum anderen ist ein solches Projekt der eigenen Bevölkerung in der aktuellen Krisenzeit nur sehr schwer beizubringen. Die aktuellen wirtschaftlichen Umstände hätte er aber zu Beginn der Planungen in 2007 noch nicht vorhersehen können, so Willem Alexander in seinem Brief.

Innerhalb des niederländischen Unterhauses kam die größte Kritik von der Oppositionspartei D66. Deren Fraktionsvorsitzender Alexander Pechtold konnte kein Verständnis dafür aufbringen, warum man in einem solch armen Land wie Mosambik ein Bauprojekt beginnen könne: „Moralisch muss man sich fragen, ob man in so einem Land ein Ferienhaus bauen soll“. Zwar hatte der Prinz immer betont, am Ferienort selbst auch für die lokale Bevölkerung einzutreten, laut Pechtold hätte er mit dem gesamten Projekt aber trotzdem nie beginnen dürfen. Insgesamt haben die Pläne und Entwicklungen des Kronprinzen das in der Bevölkerung bereits vorherrschende Image von ihm als „dekadenten und elitären Anhänger des internationalen Jetsets“, wie die Tageszeitung Trouw es schrieb, noch weiter verstärkt. Irritation rief die Aussage Willem-Alexanders hervor, dass man in dieser Krisenzeit seine Zeit und Energie besser in andere Projekte als die Diskussion über sein Bauprojekt stecken könne.

In den ersten Reaktionen von Politikern nach der Verzichtserklärung des Kronprinzenpaares reagierte man mehrheitlich erleichtert: „Eine weise und gescheite Entscheidung“ nannte es so auch die Abgeordnete Liesbeth Spies (CDA). Ihre Kollegin Anja Timmer (PvdA) bewertet die Entscheidung als „Tapfer“. Das Prinzenpaar würde so zeigen, dass sie ein Ohr für die gesellschaftliche Debatte haben. Der Abgeordnete der VVD-Fraktion Willibrord van Beek hofft jetzt, dass die Diskussion über die Ferienvilla  endlich beendet ist.