Nachrichten November 2009



AUSZEICHNUNG: Cees Nooteboom erhält Literaturauszeichnung

Brüssel. JoK/ANP/Nederlandse Taalunie/TR. 19. November 2009. 

Der belgische König Albert II hat am Mittwoch im Krönungssaal des Brüsseler Königspalastes dem niederländischen Autor Cees Nooteboom den renommierten Prijs der Nederlandse Letteren 2009 (Preis der Niederländischen Literatur) für sein Gesamtoeuvre überreicht. Der Preis, der einmal alle drei Jahre auf Initiative der Niederländische Sprachunion (Nederlandse Taalunie) verliehen wird, ist mit 40.000 Euro dotiert.

Die siebenköpfige Jury bezeichnete Nootebooms Gesamtwerk als tiefsinnig und philosophisch. Sein umfangreiches Oeuvre sei Geschichtsschreibung auf höchstem Niveau, nicht realistisch-historiographisch, sondern tiefsinnig, sprachgewaltig und weltoffen. Der Autor habe sich vor allem um die Prägung eines neuen Literaturgenres verdient gemacht: die Reisegeschichten. Die Jury-Vorsitzende Anne Marie Musschoot sagte, dass es in seinen Reiseberichten nicht allein um das Reisen an sich gehe, sondern vor allem das Nachdenken über Unterschiede und Übereinstimmungen hinsichtlich der diversen bereisten Kulturen.

Der 1933 in Den Haag geborene Autor erklärte in seiner Dankesrede, warum er auch weiterhin auf Niederländisch schreibe, obwohl sich seine Bücher gerade im deutschsprachigen Ausland großer Beliebtheit erfreuen und in zahlreiche Sprachen übersetzt werden: „Würde ich in einer anderen Sprache schreiben, wäre es so, als würde ich Gitarre spielen. Aber in meiner eigene Sprache ist es so, zumindest wenn es gut läuft, als würde ich an einer Orgel sitzen und alle zahllosen Register und Nuancen ziehen können“. Er betonte, dass ihm die Überreichung des Prijs der Nederlandse Letteren vor allem sehr wichtig sei, weil die Auszeichnung für die Verbundenheit des Sprachgebietes stehe.

Nooteboom ist seit der Einführung des Preises im Jahre 1956 der 19. Preisträger. Die Auszeichnung wird abwechselnd von einem Mitglied des belgischen und des niederländischen Königshauses verliehen. Die Ehrung fand in Anwesendheit zahlreicher Politiker und Kulturprominenter, wie dem belgischen Ministerpräsidenten Van Rompuy, dem flämischen Premier Peeters, dem niederländischen Bildungsminister Plasterk und der Schriftsteller und Schrifststellerinnen Jan Siebelink, Remco Campert, Erwin Mortier, Saskia de Coster und Connie Palmen, statt.

Die Preisträger der letzten Jahre waren: Herman Teirlinck (1956), A. Roland Holst (1959), Stijn Streuvels (1962), J.C. Bloem (1965), Gerard Walschap (1968), Simon Vestdijk (1971), Marnix Gijsen (1974), Willem Frederik Hermans (1977), Maurice Gilliams (1980), Lucebert (1983), Hugo Claus (1986), Gerrit Kouwenaar (1989), Christine D'Haen (1992), Harry Mulisch (1995), Paul de Wispelaere (1998), Gerard Reve (2001), Hella S. Haasse (2004) und Jeroen Brouwers (2007).