Nachrichten Mai 2009


WIRTSCHAFTSKRISE: 4-Tage-Woche als Lösung?

Den Haag/Brüssel. CK/NRC/VK/TR. 25. Mai 2009.

Am Wochenende sorgte die sozialdemokratische Fraktionsvorsitzende Mariëtte Hamer (PvdA) mit ihrem Vorschlag, eine viertägige Arbeitswoche einzuführen, für Aufsehen. Während der Fernsehsendung „30 Hoog“ bezeichnete sie diese als „unglaublich hilfreich“ bei der Bekämpfung der zunehmenden Arbeitslosigkeit. Die Einführung einer 4-Tage-Woche würde, so Hamer, zu einer „faireren Verteilung des Arbeitsangebots“ führen. Zudem würde diese es Eltern erleichtern, Arbeit und Kinderbetreuung zu kombinieren. Bereits vor einer näheren Erläuterung ihrer Ideen in der Zweiten Kammer äußerten sich die Koalitionspartner zurückhaltend gegenüber dem Vorschlag der Sozialdemokratin.

CDA-Parlamentsmitglied Eddy van Hijum sieht in einer 4-Tage-Woche nicht den richtigen Lösungsweg, da in einigen Sektoren gar ein Mangel an Arbeitskräften herrsche: „Die Unterschiede zwischen den einzelnen Sektoren sind groß. Manchmal gibt es zu wenig Arbeit und kann weniger Arbeiten eine Lösung bieten. Aber manchmal gibt es gerade viel Arbeit zu verrichten.“  Die ChristenUnie spricht zwar von einem „sympathischen Vorschlag“, äußerte aber zugleich Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen für Geringverdiener.

Auch die konservativ-liberale Oppositionspartei VVD äußerte Bedanken. Sie spricht sich insbesondere gegen eine uniforme, von oben geregelte Maßnahme aus und plädiert weiterhin für eine Entscheidungsfreiheit der Unternehmen. Als eine verpflichtende Maßnahme will Hamer ihren Vorschlag jedoch nicht verstanden wissen. Sie möchte zunächst die möglichen Vor- und Nachteile einer 4-Tage-Woche überprüfen lassen.