Nachrichten Mai 2009


VOLKSTRAUERTAG: Solidaritätsbekundungen für die Königin

Amsterdam. CK/NRC/TR/VK. 05. Mai 2009.

Um 8 Uhr standen die Menschen gestern Abend auf dem Dam in Amsterdam still, um zwei Minuten lang den niederländischen Opfern des Zweiten Weltkrieges zu gedenken. Königin Beatrix und Prinz Willem Alexander hatten kurz zuvor unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen (NiederlandeNet berichtete) einen Kranz am Nationaldenkmal niedergelegt. Als Amsterdams Bürgermeister Job Cohen in Anspielung auf die Ereignisse in Apeldoorn in seiner Rede darauf verwiese, in diesem Jahr besonders glücklich über die Anwesenheit der Königin zu sein, brannte auf dem Dam Applaus auf. Eine Solidaritätsbekundung der rund 20.000 anwesenden Niederländer, die in der Geschichte des Volkstrauertages einmalig ist. Viele Niederländer waren nach dem Anschlagversuch extra nach Amsterdam gekommen, um ihre Verbundenheit mit dem Königshaus auszudrücken.

Auch in anderen niederländischen Städten wurden den damaligen Opfern in den Niederlanden und in ehemals Niederländisch-Ostindien gedacht. In Den Haag legte Ministerpräsident Balkenende gemeinsam mit den Vorsitzenden der Ersten und Zweiten Kammer einen Kranz im Binnenhof nieder. Das dortige Mahnmahl „Erelijst van Gevallenen“ umfasst eine Liste mit den Namen der rund 17.500 Menschen, die zwischen 1940 und 1945 für die Niederlande gefallen sind. In ihrer Rede gedachte die Vorsitzende der Zweiten Kammer, Gerdi Verbeet, nicht nur den Opfern des Zweiten Weltkrieges, sondern erinnerte auch an die jüngst getöteten Soldaten in Afghanistan: „Die Niederlande sind bereits länger als 60 Jahren ein Land im Frieden. Aber niederländische Jungen und Mädchen, Männer und Frauen dienen dem Frieden auch in Ländern, wo Krieg und Gewalt herrscht. Wie zurzeit in Afghanistan.“

Im ehemaligen Polizeilichen Durchgangslager Westerbork, von dem aus während der Besatzungszeit mehr als 100.000 Juden in die nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert worden waren, nahmen rund 5.000 Menschen an einem Erinnerungszug teil, der von ehemaligen Lagerinsassen angeführt wurde.