Nachrichten Juni 2009


WIRTSCHAFT: Arbeitslosigkeit steigt und Handel sinkt weiter

Den Haag. JoK/CBS.nl/. 18. Juni 2009.

Die neuesten Arbeitslosenzahlen und Nachrichten aus der Handelsbilanz des niederländischen Statistischen Büros (CBS) fallen, dem allgemeinen Finanz- und Wirtschaftsklima entsprechend, negativ aus.


In der Zeit von März bis Mai 2009 waren in den Niederlanden durchschnittlich 358.000 BürgerInnen als arbeitslos gemeldet, was 4,6 Prozent, bzw. 45.000 Personen der Erwerbstätigen ausmacht. Vor einem Jahr lag der Prozentsatz noch bei 4,1 Prozent. Seit dem Sommer 2008 verzeichnet das CBS nunmehr einen durchgehenden Anstieg der jahrelang vergleichsweise niedrigen Arbeitslosenzahlen. Anfänglich, so ließ das CBS in seiner Pressemitteilung verlauten, betrug die monatliche Zunahme einige tausend Arbeitslose, in den letzten Monaten hingegen stiegen die registrierten Fällte bedeutend schneller an.

Die Arbeitsplatzverluste sind vorerst nicht geschlechterspezifisch gebunden: sowohl bei der männlichen, als auch bei der weiblichen berufstätigen Bevölkerung verzeichnete das CBS eine Zunahme der Arbeitslosigkeit. In den Statistiken der weiblichen Arbeitskräfte ist der Arbeitsplatzverlust allerdings relativ gleichmäßig über alle Altersgruppen verteilt und im Vergleich zu den männlichen Arbeitskräften schwächer ausgefallen. Der Arbeitsplatzverlust bei den Männern, beschränkt sich laut CBS Statistik jedoch primär auf unter 45-Jährige. Bei männlichen Arbeitskräften über 45 Jahren ist die Arbeitslosigkeit noch immer geringer als noch vor einem Jahr.

Auch die Zahlen mit Blick auf die Handelsstatistik der Niederlande verheißen weiterhin in Bezug auf Wirtschaftswachstum und steigende Bilanzen nichts Gutes: Der Gesamtwert an Exportgütern fiel im Zeitraum Januar bis April dieses Jahres um knapp 21 Prozent geringer aus als noch vor einem Jahr. Auch der Güter- und Dienstleistungsimport sank um rund 20 Prozent. Das Exportvolumen des Monats April zum Beispiel war um rund 14 Prozent kleiner, als noch vor einem Jahr. Und auch das Importvolumen im April nahm um 11 Prozent ab. Seit vier Monaten in Folge ist das Exportvolumen nun bereits schon rund 13 bis 14 Prozent geringer als noch vor einem Jahr. Die Abnahme geht Hand in Hand mit einer stark gesunkenen Produktionsauslastung und dem nunmehr geringeren Beschäftigungsgrad der niederländischen Industrie. Noch im Mai äußerten sich Industrieunternehmer sehr negativ mit Blick auf die Auftragslage aus dem Ausland. Vor allem der Export in andere EU-Länder nahm ab. Der Handel mit Treib- und Kraftstoffen ist besonders betroffen.

Die Außenhandelsbilanz der Niederlande ist zwar mit einem Handelsüberschuss von 2,4 Milliarden Euro noch im Plus, zeigt aber im Vergleich zu 2008 (3,9 Milliarden Euro) bereits deutliche Schwächen.