Nachrichten Juli 2009


UNGLÜCK: Anne-Frank-Baracke abgebrannt

Veendam. CK/NRC/VK. 21. Juli 2009

Die Baracke, in der Anne Frank während ihres Aufenthalts im Durchgangslager Westerbork arbeiten musste, ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag abgebrannt. Die Baracke diente seit 1957 als Landwirtschaftsscheune in Veendam und sollte im Laufe dieses Jahres demontiert und nach Westerbork zurück gebracht werden. Westerbork diente seit 1942 als Durchgangslager, von wo aus die Juden aus den Niederlanden in die nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert wurden. Auch Anne Frank und ihre Familie befanden sich vor ihrer Deportation nach Auschwitz für einige Wochen in dem Lager nahe der deutschen Grenze. Dort mussten sie in der nun abgebrannten Baracke Nr. 57 Batterien auseinanderbauen.


Dirk Mulder, Direktor des Erinnerungszentrums Westerbork, spricht von ‚einem großen Verlust’. Auf dem ehemaligen Lagergelände sind zurzeit keine Originalbauten aus der Zeit erhalten – mit Ausnahme des ehemaligen Hauses des Lagerkommandanten. Seit Jahren versuchte das Erinnerungszentrum deshalb, die Baracke nach Westerbork zurück zu holen. Schwierigkeiten mit der Gemeinde Veendam konnten erst kürzlich gelöst werden.

Die Interessenvereinigung der niederländischen Juden, der ‚Centraal Joods Overleg’, forderte nach dem Vorfall am Wochenende Kulturminister Ronald Plasterk auf, sämtliche noch erhaltenen Baracken schnellstmöglich nach Westerbork zurück zu bringen. Bisher ist die Existenz einer weiteren authentischen Baracke bekannt, die als Wohnbaracke diente.
Die Ursache des Brandes ist bislang nicht geklärt, Brandstiftung wird nicht ausgeschlossen.