Nachrichten Juli 2009


VIERDAAGSE: Volksmarsch in Nijmegen feiert 100. Geburtstag

Nijmegen. TM/TR/NRC. 20. Juli 2009

Gut 1,2 Millionen Besucher erwartet die niederländische Hansestadt Nijmegen (dt. Nimwegen) in dieser Woche zur  „Vierdaagse“ – der weltweit größten Wanderverstanstaltung und dem größten Gratis-Fest der Niederlande. Die Veranstalter der niederländischen Wandervereinigung NBvLO blicken in diesem Jahr auf die 100jährige Geschichte des erstmals 1909 ausgetragenen Marsches zurück und begehen diesen runden Geburtstag mit  einem großen Fest.

An der viertägigen Wanderveranstaltung, welche wie jedes Jahr in der dritten Juliwoche stattfindet, nehmen an diesem Jahr 45.000 Teilnehmer statt. Unter ihnen werden sich ab Dienstag neben den mehrheitlich zivilen Wanderern auch wieder viele Soldatinnen und Soldaten aus dem In- und Ausland unter den Startenden befinden. Die einzelnen vier Tagesetappen, welche am Ende die Form eines vierblättrigen Kleeblatts um die Stadt Nijmegen formen, liegen dabei – abhängig vom Alter der Teilnehmer und dem mitgeführten Gepäck – zwischen 30 und 50 Kilometern.

Obwohl in diesem Jahr das offizielle 100. Jubiläum der Vierdaagse begangen wird, jährt sich die Veranstaltung – bedingt durch Absagen während der Kriegszeit und bei teils unmenschlichen Wetterverhältnissen – in diesem Jahr erst zum 93. Mal. Die Idee für die Organisation einer großen Wanderveranstaltung kam dabei ursprünglich aus dem niederländischen Militär, welches erstmals im Jahr 1907 Pläne für ein sportliches Training für Soldaten schmiedete, bei dem die Rekruten durch den Sport widerstandsfähiger werden sollten. Die Wandervereinigung NBvLO nahm die Pläne auf und organisierte 1909 gemeinsam mit dem Militär den ersten großen Marsch.

Von einem Volksmarsch mit überwiegend zivilen Teilnehmern, wie er heute durchgeführt wird, konnte man zum damaligen Zeitpunkt aber noch nicht sprechen: So waren es beim ersten Marsch 296 Soldaten und zehn zivile Teilnehmer, welche aus insgesamt fünfzehn Standorten aus Militärkasernen losmarschierten. Erst im Jahr 1932 nahmen erstmals mehr zivile als militärische Teilnehmer an den Märschen teil. Die Stadt Nijmegen war dabei nicht von Beginn an mit der Veranstaltung verbunden. Nach vielen Jahren mit wechselnden Start- und Zielpunkten war die Hansestadt an der niederländisch-deutschen Grenze erst ab dem Jahr 1925 fester Veranstaltungsort der Vierdaagse. Ausschlaggebend dafür war wohl vor allem die Begeisterung der dortigen Bevölkerung und die Gastlichkeit der Stadt, welche in jenen Jahren mit Nijmegen als Start- oder Zielort der Märsche Eindruck auf die Organisatoren gemacht haben muss.

Die Vierdaagse werden von einem großen Sommerfest in der Innenstadt von Nijmegen begleitet, welches bereits am vergangenen Samstag begann. Am gestrigen Sonntag wurde die Veranstaltung sodann auch offiziell durch die traditionelle Flaggenparade der Teilnehmernationen im Goffertstadion eröffnet.  „Die Stadt ist schon gefangen durch das Virus“, erklärte Nijmegens Bürgermeister Thom de Graaf und verbesserte direkt im Anschluss: „Das gesunde Virus“. So hatte es im Vorfeld der diesjährigen Vierdaagse nämlich von einigen Seiten bereits Besorgnis wegen der Gefahr einer Verbreitung der Mexikanischen Grippe gegeben. Die Organisatoren machen sich jedoch keine Sorgen. Zwar habe man eine Reihe von zusätzlichen Hygienemaßnahmen wie die Bereitstellung zusätzlicher Waschbecken zum Händewaschen in den Start- und Zielbereichen getroffen, das restliche Programm gehe aber seinen gewohnten Gang.