Nachrichten Juli 2009


ANSCHLAG: Keine weiteren Motive für Amokfahrt am Königinnentag

Amsterdam. JoK/NRC/VK/TR/politie. 10. Juli 2009.

Die kurze Erklärung von Karst T. ist der bisher einzige konkrete Beweis zum Motiv des Anschlages auf die Königliche Familie am 30. April diesen Jahres. Das ist die Quintessenz der Untersuchung des Dienst Nationale Recherche (DNR), wie die niederländische Tageszeitung NRC Handelsblad heute schreibt.

Der 38-jährige Karst T. fuhr am Königinnentag, einem niederländischen nationalen Feiertag mit Straßenfestivitäten und Parade, quer durch Absperrungen und Zuschauermengen direkt in Richtung des Busses, in dem sich die königliche Familie für eine Rundfahrt befand. Er tötete sieben Personen und erlag noch in der Tatnacht seinen schweren Verletzungen.

Die Staatsanwaltschaft ließ damals verkünden, dass der Täter unter Verdacht stehe, den Anschlag geplant zu haben. Dabei stützte sich die Justiz ausschließlich auf die kurze Erklärung, die Karst T. kurz vor seinem Bewusstseinsverlust abgeben hatte. Diese Äußerungen, so NRC, seien auch nach der DNR-Untersuchung die einzigen handfesten Gründe, auf die man sich berufen könne. Die Untersuchung, für die mehr als 200 Ermittlungsbeamte eingesetzt wurden, konnte weder einen Abschiedsbrief oder Computer, noch viele Bekannte oder Anhaltspunkte für eine kriminelle Vereinigung ausfindig machen. Auch wurden keine Schusswaffen oder Sprengsätze in dem Unfallwagen gefunden. NRC Handelsblad titelte „Karst T. schaute nicht weiter als bis zum 30. April“ und beschrieb, unter Berufung auf „verschiedene Quellen“, dass der Täter sein Appartement zum 01. Mai gekündigt habe und dass sich keinerlei Hinweise gefunden hätten, die auf eine andere Unterkunft hingewiesen hätten.
Die Staatsanwaltschaft geht von einer Einmannaktion aus, die wahrscheinlich niemals vollständig aufgeklärt werden könne.

Das erste Mal in der Geschichte der niederländischen Staatsanwaltschaft hat diese eine psychiatrische-post mortem Untersuchung angeordnet. Verhaltensforscher des Niederländischen Instituts für Forensische Psychiatrie und Psychologie (NIFP) beurteilten anhand der Akten und Gespräche mit Menschen aus Karst T.s sozialem Umfeld, ob der Täter eventuell an einer Persönlichkeitsstörung litt und inwiefern dies eine Rolle bei der Tat hätte spielen können. Vor drei Wochen wurde die Untersuchung beendet. Die Ergebnisse werden voraussichtlich Anfang September präsentiert, bis dahin, so ließ die Staatsanwaltschaft verlauten, wolle man in der Öffentlichkeit nicht weiter auf den Fall eingehen.