Nachrichten Januar 2009


WIRTSCHAFT: Niederländische Industrie leidet stark unter Krise

Amsterdam/Den Haag. CK/VK. 14. Januar 2009.

Die niederländische Industrie ist „außerordentlich“ schwer von der Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen. Wie das niederländische Statistikamt (CBS) gestern mitteilte, sank der Umsatz im November 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent. Niemals zuvor sei, so das Statistikamt, ein so starken Rückgang im Umsatz registriert worden, der sich sowohl auf das Inland, als auch auf das Ausland bezieht. Besonders stark betroffen sind neben der Textil- und Kleidungsindustrie die Öl- und Chemiebranche. Der Rückgang ist bei letzteren auch auf die extrem niedrigen Absatzpreise zurückzuführen. Negativen Einfluss auf die Umsatzzahlen – jenseits der Krise – hatte laut Statistikamt die Anzahl der Arbeitstage: Im November 2008 gab es zwei Arbeitstage weniger als im Vorjahr. Auch die Produktion nahm im November stärker ab als je zuvor. Im Vergleich zu den Monaten August und September ging sie im Herbst um 3,4 Prozent zurück. Ein noch schlechteres Ergebnis wird für Dezember erwartet. Das niederländische Kabinett will Ende der Woche neue Maßnahmen ergreifen, um die Wirtschaft weiter zu stützen. Geplant sind unter anderem neue Garantieregelungen für mittlere Betriebe und den Wohnungsmarkt sowie Exportversicherungen. Die Maßnahmen sollen, so Finanzminister Bos, „das Herz der Kreditkrise“ treffen. Größere Staatsinvestitionen sind jedoch nicht geplant – in erster Linie geht es um Garantien und Kredite.