Nachrichten Februar 2009


INNENPOLITIK: Kriminalitätsrate in den Niederlanden sinkt weiter

Den Haag. CK/NRC. 25. Februar 2009.

Ambitionierte Ziele hatte sich die niederländische Regierung Anfang des Jahrtausends gesteckt: Ausgehend von den Zahlen im Jahr 2002 sollte die Kriminalitätsrate bis 2010 um ein Viertel gesenkt werden. Wie ein im Auftrag der Kommission Polizei und Wissenschaft verfasster Bericht nun zeigt, wurden diese Ziele bereits im vergangenen Jahr erreicht. Kontinuierlich ist die Kriminalitätsrate in den letzten Jahren zurückgegangen - insbesondere weniger Wohnungseinbrüche und Diebstähle wurden verzeichnet. Die Zahl der Fahrraddiebstähle reduzierte sich gar um 40 Prozent. Wissenschaftler Ben Vollaard (Universität Tilburg) warnt jedoch vor einem möglichen Neuanstieg der Kriminalität. Die Rezession und die damit einhergehende Arbeitslosigkeit könnten Auswirkungen auf die Rate haben. So hatte beispielsweise auch die Wirtschaftskrise der 80er Jahren vermehrt zu Wohnungseinbrüchen geführt.
Die niederländische Regierung hatte in den letzten Jahren die Sicherheitspolitik verschärft – im Mittelpunkt standen unter anderem eine schärfere und gezieltere Polizeiüberwachung sowie ein schärferes Vorgehen gegen Wiederholungstäter. Der Bericht verdeutlicht jedoch auch, dass der Rückgang der Kriminalitätsrate nicht ausschließlich auf die angezogene Sicherheitspolitik der Regierung zurückzuführen ist. Bereits Mitte der 90er Jahre setzte ein rückläufiger Trend ein, der sich zudem zeitgleich in benachbarten europäischen Ländern, die eine andere Sicherheitspolitik als die Niederlande verfolgten, stattfand.