Nachrichten August 2009


KÖNIGSHAUS: Gericht bestätigt Privatsphäre

Amsterdam. TM/NRC. 31. August 2009.

Im Rechtsstreit zwischen dem niederländischen Kronprinzen Willem-Alexander und der US-amerikanischen Presseagentur AP (NiederlandeNet berichtete) hat der zuständige Richter am vergangenen Freitag in Amsterdam ein Urteil gesprochen. Das Gericht urteilte zum Abschluss des Eilverfahrens, dass der Familie des niederländischen Kronprinzen ein Schutz der Privatsphäre zukommt und sie nicht ständig damit rechnen muss, dass den Medien Fotos mit Abbildungen aus deren Privatleben angeboten werden. In jenen Fällen, in denen solche Fotos neue Tatsachen beinhalten oder diese zu einer öffentlichen Debatte von gesellschaftlichem Belang beitragen, ist eine Publikation erlaubt, so das Gericht. Bei den aktuell zur Diskussion stehenden Fotos aus dem Skiurlaub der Familie in Argentinien sei dies aber nicht der Fall.

Die richterliche Definition des Nachrichtenwertes eines Fotos bleibt jedoch nicht unwidersprochen: Informationsrechtsprofessor Egbert Dommering von der Universität von Amsterdam bescheinigt dem Richterspruch in der Tageszeitung NRC Handelsblad sodann eine zu enge Interpretation dessen, was Nachrichten sind: „Willem-Alexander und Máxima sind öffentliche Personen. Ihr Urlaub ist eine Nachricht, besonders wenn sie im Sommer zum Wintersport fahren und ganz sicher, wenn sie die Frage nach dem Urlaubsziel noch eine Woche zuvor nicht beantworten wollten. Es sind Informationen die wir noch nicht hatten und darum Nachrichten.“

Das Thronfolgerpaar hatte i der Klageschrift ein noch viel weiter gehendes Verbot eingefordert. Der Wunsch, dass AP auch zukünftige Privatfotos nicht anbieten darf, ging dem Richter zu weit und greift nach seiner Ansicht zu stark in die Pressefreiheit ein. Auch die Absprache des niederländischen Presseamtes RVD, nach der die Fotografen die Mitglieder des Königshauses in Privatsituationen in Ruhe lassen und im Gegenzug dafür regelmäßig zu offiziellen Fotoshootings eingeladen werden, war dem Richter zu einseitig. Im Urteil nannte er diesen Medienkodex dann auch nicht bindend.