Nachrichten August 2009


Drama: Schießerei bei Tanzfest - Untersuchungen laufen

Hoek van Holland. CK/NRC/VK/Trouw. 25. August 2009.

Eigentlich sollte es ein großes Happening werden, als sich am Samstagabend bis zu 28.000 Menschen am Strand von Hoek van Holland trafen, um gemeinsam auf dem Gratis-Tanzfest ‚Sunset Grooves’ zu feiern. Gegen Mitternacht endete das Fest, das bereits zum 14. Mal stattfand, in einem Desaster, als mehrere Schüsse fielen und unter den Leuten Panik ausbrach. „Der Strand war Kriegsgebiet“, berichtete ein Augenzeuge. Ein 19jähriger Mann erlag später seinen Schussverletzungen, sechs weitere Menschen wurden teilweise schwer verletzt.

Der genaue Tathergang ist bislang nicht eindeutig geklärt: Bereits im Vorfeld des Festes verfügte die Stadt Rotterdam, zu der Hoek van Holland gehört, über Informationen, dass bei der Veranstaltung mit dem Besuch von 70-80 Hooligans zu rechnen sei. Daraufhin wurde an dem Abend eine Sondereinheit der Polizei, spezialisiert auf (Fußball-)Vandalismus, in zivil eingesetzt. Wie ein Video auf YouTube zeigt, wurden vier Agenten während der Veranstaltung anscheinend erkannt und von 100 bis 150 Besuchern immer weiter in die Enge getrieben und bedroht. Rufe wie ‚Rotterdamer Hooligans’ klangen durch die Nacht. Die Polizisten gaben mehrer (Warn-)Schüsse ab. Einige Augenzeugen berichten, die Polizei hätte als einzige geschossen – eine offizielle Bestätigung gibt es dafür bislang nicht. Unklar ist zudem, ob es sich bei den Leuten, die gegen die Polizisten vorgingen, tatsächlich um die bereits bekannten Hooligans handelt.

Rotterdams Bürgermeister Aboutaleb reagierte bestürzt. Er fordert eine eingehende Untersuchung des Vorgangs im Besonderen sowie eine Untersuchung der zunehmenden Gewalt bei großen Musik- und Fußballereignissen im Allgemeinen. In den kommenden zwei Jahren sollen laut Aboutaleb keine Gratis-Tanzfeste mehr in der Stadt stattfinden.